Gesetzliche Krankenversicherung mit gut gefüllten Kassen

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Die gesetzlichen Krankenkassen befinden sich derzeit in einer so guten finanziellen Verfassung wie schon seit Jahren nicht mehr. Weniger stark gestiegene Kosten als erwartet sowie die nach wie vor positive Konjunktur- und Beschäftigungslage sind die Hauptursache für die gut gefüllten Kassen. Das geht aus einer vor wenigen Tagen erfolgen Mitteilung des Bundesgesundheitsministeriums zur Finanzlage in der GKV hervor.

Insgesamt konnten die gesetzlichen Krankenkassen 2016 einen finanziellen Überschuss von 1,4 Mrd. Euro erzielen. Ihre Reserven lagen zum Jahresende bei 15,9 Mrd. Euro. Zusammen mit den Rücklagen im Gesundheitsfonds in Höhe von 9,1 Mrd. Euro beträgt das Reservepolster nun insgesamt 25 Mrd. Euro. Das ist erst einmal eine solide Grundlage und eine gute Voraussetzung dafür, dass sich weitere Verteuerungen bei den Zusatzbeiträgen in Grenzen halten dürften. Die Aussicht auf stabile Beiträge wird auch für den Bundesgesundheitsminister im Bundestags-Wahljahr eine erfreuliche Nachricht sein.
 

Ausgaben moderater gestiegen als erwartet

Der unerwartet moderate Anstieg der Gesundheitsausgaben im vergangenen Jahr hat wesentlich zur Überschussbildung beigetragen. Der für Ausgabenprognosen zuständige Schätzerkreis hatte noch im Herbst 2015 mit einem Anstieg der Kosten für Leistungen um 4,3 Prozent gerechnet. Tatsächlich betrug der Anstieg aber nur 3,2 Prozent. Das ist der niedrigste Zuwachs seit 2012.

Hauptkostentreiber waren dabei die Verwaltungsausgaben, Fahrtkosten und die Ausgaben für Arztbesuche. In allen drei Bereichen sind die Kosten überdurchschnittlich stark gestiegen - allerdings ohne dramatische Abweichungen vom Schnitt. Die Ausgaben für Zahnersatz waren dagegen sogar rückläufig und sanken im Vergleich zu 2015 um 1,5 Prozent. In einigen Feldern gab es auch zweistellige Steigerungen. So erhöhten sich die Ausgaben für Prävention um 55 Prozent auf 458 Mio. Euro. Bei Hospizförderung waren es 28 Prozent Plus (45 Mio. Euro) und bei Palliativversorgung 22 Prozent (73 Mio. Euro) Diese „Kostenexplosionen“ sind allerdings vor allem auf verbesserte Leistungen zurückzuführen und eignen sich insofern nicht für Vergleiche.
 

Unterschiede in den Krankenkassen-Bereichen

Bei der „Überschuss-Erwirtschaftung“ gibt es durchaus Unterschiede in den einzelnen Krankenkassen-Bereichen. Die größten Profiteure waren 2016 die AOK’s, die mehr als zwei Drittel des „Gewinns“ erwirtschafteten - konkret 935 Mio. Euro. Die Ersatzkassen erzielten ein Plus von 321 Mio. Euro, gefolgt von der Knappschaft-Bahn-See mit 100 Mio. Euro. Vergleichsweise bescheiden sind die Überschüsse der Betriebskrankenkassen (29 Mio. Euro) und der landwirtschaftlichen Krankenversicherung (34 Mio. Euro). Und die Innungskrankenkassen mussten sogar ein geringes Defizit von 33 Mio. Euro verkraften.
 

Positive Entwicklung auch beim Gesundheitsfonds

Auch der Gesundheitsfonds zeigte sich 2016 recht stabil, wies allerdings einen Ausgabenüberhang von 865 Mio. Euro. aus. Im Jahr zuvor war das „Loch“ mit 2,46 Mrd. Euro allerdings noch deutlich größer gewesen, was damals mit einer einmaligen Kürzung des Bundeszuschusse zusammenhing. Die erneute Anhebung des Zuschusses und die guten Rentensteigerungen im vergangenen Jahr wirkten positiv auf die Einnahmen-Ausgaben-Bilanz des Gesundheitsfonds.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
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