GKV 2019 mit Milliarden-Defizit – bald höhere Beiträge!

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Für die gesetzlichen Krankenkassen wird das Jahr 2019 mit einem Defizit von über einer Milliarde Euro abschließen. Noch stehen die endgültigen Zahlen nicht fest, aber die deutlich verschlechterte Kassenlage hat sich bereits im Jahresverlauf abgezeichnet. Damit sind die Zeiten von Kassenüberschüssen und wachsenden Rücklagen wohl erst einmal zu Ende. Und glaubt man Doris Pfeiffer, der Chefin des GKV-Verbandes, werden sie auch so bald nicht wiederkommen. Im Gegenteil: die Versicherten müssen sich auf steigende Beiträge einstellen.

In einem Zeitungsinterview hat Frau Pfeiffer einige grundsätzliche Einschätzungen zur finanziellen Lage der gesetzlichen Krankenkassen und zur weiteren Entwicklung gegeben. Die Umkehrung der Kassenlage von Überschüssen - 2018 waren noch zwei Milliarden Euro Plus erzielt worden - ins Minus bedeutet eine Trendwende. Besonders alarmierend nach Ansicht der Verbandschefin: das Defizit 2019 wird trotz Rekordeinnahmen in diesem Jahr eingefahren. Die nach wie vor gute Beschäftigung und die positive Lohnentwicklung haben mehr Geld in die Kassen gespült als je zuvor. Trotzdem reicht das nicht, um die drastischen Ausgabensteigerungen abzudecken.
 

Eine alarmierende Entwicklung

Doris Pfeiffer nannte das im Gespräch „alarmierend“. Verantwortlich für die überproportional wachsenden Ausgaben seien u.a. teure Gesetze. Im nächsten Jahr seien allein durch das Terminservicegesetz und das Pflegepersonalstärkungsgesetz zusätzlichen Ausgaben in Höhe von fünf Milliarden Euro zu erwarten. Das Terminservicegesetz will das Terminangebot für Kassenpatienten ausweiten, um schnellere Arzttermine möglich zu machen. Das Pflegepersonalstärkungsgesetz soll mehr Pflegepersonal möglich machen und die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte verbessern.

Die Mehrausgaben wirken nicht nur im nächsten Jahr, sondern sie führen dauerhaft zu einer zusätzlichen Ausgabenbelastung für die Krankenkassen. Dabei sind das keineswegs die einzigen ausgabenwirksamen Gesetze. Aus dem Hause von Bundesgesundheitsminister Spahn kommen ständig neue Initiativen und Vorhaben. Außerdem sorgen einige allgemeine Trends und Entwicklungen für steigende Gesundheitsausgaben: der demografische Wandel mit einem wachsenden Anteil älterer Menschen, die steigende Lebenserwartung mit mehr medizinischem Versorgungsbedarf und der medizinisch-technische Fortschritt mit neuen kostenintensiven Behandlungsmethoden und Medikamenten.
 

Bis 2040 50 Milliarden Defizit in der GKV

Solche Entwicklungen wirken auch unabhängig von Gesetzen „defizitär“. In einer Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung wird den Krankenkassen bis 2040 ein Defizit von fast 50 Milliarden Euro ohne gegensteuernde Maßnahmen vorhergesagt. Um höhere Ausgaben aufzufangen, müsste der Beitragssatz laut der im Oktober veröffentlichten Untersuchung von aktuell 14,6 Prozent bis 2040 in Schritten auf 16,9 Prozent steigen.

So weit ist es einstweilen nicht. Für 2020 rechnet Pfeiffer zunächst mit weiter stabilen Zusatzbeiträgen. Das Bundesgesundheitsministerium hat zwar einen Anstieg im Schnitt um 0,2 Prozentpunkte nicht ausgeschlossen. Die meisten Kassen werden aber darauf wohl verzichten und ihre üppigen Rücklagenpolster angreifen, so Pfeiffer. 2021 könnte die Lage dann anders aussehen. Denn irgendwann sind die Rücklagen aufgebraucht. Dann führt an höheren Zusatzbeiträgen kein Weg vorbei. 2020 könnte auf lange Zeit das letzte Jahr bleiben, in dem die GKV-Beiträge nicht steigen.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

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