GKV – auch 2017 mit höheren Zusatzbeiträgen

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Erst vor zwölf Monaten sind die GKV-Zusatzbeiträge auf breiter Front gestiegen. Nach kräftig sprudelnden Einnahmen 2016, einem im Rahmen bleibenden Kostenanstieg und angesichts einer außerordentlichen Finanzspritze von 1,5 Mrd. Euro aus dem Gesundheitsfonds für die Kassen im Wahljahr war eigentlich davon ausgegangen worden, dass die Beiträge 2017 stabil bleiben würden.

Das ist auch bei den meisten Krankenkassen der Fall, allerdings nicht durchgängig. Von den 118 gesetzlichen Krankenkassen haben 27 zum Jahreswechsel ihre Zusatzbeiträge trotz der günstigen Rahmenbedingungen angehoben. Es handelt sich vorwiegend um kleinere und mittlere Betriebskrankenkassen. Über 50 Prozent von ihnen haben weniger als 25.000 Mitglieder. Für die Betroffenen besonders unerfreulich: da die Zusatzbeiträge alleine von den Arbeitnehmern zu tragen sind, trifft sie die Erhöhung zu hundert Prozent. Die teuerste Krankenkasse ist jetzt die kleine BKK Vital mit einem Zusatzbeitrag von 1,8 Prozent.
 

Nur jedes 14. Kassenmitglied betroffen

Die gute Nachricht ist: weil es sich überwiegend um kleinere Krankenkassen handelt, ist die Erhöhung nur für eine recht überschaubare Minderheit der GKV-Mitglieder relevant. Insgesamt geht es wohl um 3,8 Millionen Versicherte – etwa jedes 14. Kassenmitglied. Alles in Allem sind die Beiträge stabil geblieben. Daher bleibt es bei der durchschnittlichen Belastung von 15,7 Prozent wie in 2016. Sie setzt sich aus dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent (hälftig von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu tragen) und dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent (alleine vom Arbeitnehmer zu übernehmen) zusammen. Der Zusatzbeitrag wird dabei von jeder Kasse individuell entsprechend ihren wirtschaftlichen Verhältnissen festgelegt.
 

Betriebskrankenkassen mit Problemen

Dass die Erhöhungen vor allem bei Betriebskrankenkassen anzutreffen sind, überrascht nicht. Sie kämpfen bereits seit Jahren mit Problemen. Die geringen Betriebsgrößen wirken vielfach ungünstig auf die Kostenstrukturen. Im härter werdenden Wettbewerb im Bereich der gesetzlichen Krankenkassen haben die Betriebskrankenkassen zu kämpfen. Ihr Zahl schrumpft: gab es 2009 noch 155 selbständige Betriebskrankenkassen, ist ihr Bestand bis 2016 auf 78 – gut die Hälfte – zurückgegangen. Derzeit haben sie rd. 9 Mio. Versicherte. Weitere Fusionen stehen in diesem Jahr noch an, die wichtigste ist der Zusammenschluss von Barmer und Deutscher BKK. Er ist auch deshalb wegweisend, weil erstmals eine Betriebskrankenkasse mit einer Ersatzkasse zusammengeht.
 

Nicht mehr als eine Atempause

Auch wenn sich die meisten GKV-Mitglieder diesmal über stabile Beiträge freuen dürfen. Mehr als eine Atempause ist es wohl nicht. Bereits für 2018 wird wieder mit höheren Zusatzbeiträgen auf breiter Front gerechnet. Bis zum Ende des Jahrzehnts erwartet man beim GKV-Verband einen durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,8 Prozent.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
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