Gesundheitsversorgung in Stadt und Land – was sagen die Betroffenen?

© Thomas Reimer - Adobe Stock

Seit Jahren wird ein zunehmendes Auseinanderklaffen bei der medizinischen Versorgung in Stadt und Land beklagt. Bei vielen angehenden Ärzten besteht wenig Neigung, sich in ländlichen Regionen niederzulassen. Zahlreiche „alteingesessene“ Hausärzte auf dem Land kommen in ein Alter, in dem sie ihre Praxis in jüngere Hände übergeben wollen oder müssen. Oft bestehen erhebliche Probleme, einen „willigen“ Nachfolger zu finden.

Dass der Zugang zu medizinischer Infrastruktur in Großstädten einfacher und schneller ist, versteht sich von selbst. Krankenhäuser, Facharztpraxen und andere ambulante Einrichtungen benötigen aufgrund der deutlich höheren Bevölkerungsdichte in urbanen Räumen ein geringeres Einzugsgebiet, um wirtschaftlich tragfähig zu sein. Für viele Fachkliniken und Angebote für Spezial-Behandlungen macht der Sitz in einem Ballungsraum mit guter Erreichbarkeit und weiteren medizinischen Einrichtungen mehr Sinn als ein Sitz auf dem „platten Land“.
 

Meinungsumfrage - Städter zufriedener als Landbewohner

Es sind aber nicht nur diese ökonomischen, logistischen und strukturellen Gründe, die zu einem Stadt-Land-Gefälle führen. Eine Arztpraxis auf dem Land gilt vielfach als unattraktiv: wegen der weiteren Wege, Bereitschaft „rund um die Uhr“, mehr Vertretungs-Problemen und der geringeren Lebensqualität. Die Großstadt hat einfach oft die interessanteren Angebote und bietet mehr Abwechslung im Leben. Das wissen auch Ärzte zu schätzen.

Die Ärzte sind die eine Seite - die Patienten die andere. Wie sehen sie die Gesundheitsversorgung in Stadt und Land? Das hat jetzt dasMeinungsforschungsinstitut Nielsen im Auftrag des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller (BAH) untersucht. Das Institut führt regelmäßig für den Verband Befragungen im Rahmen des sogenannten BAH-Gesundheitsmonitors durch. Befragt wurde eine repräsentative „Stichprobe“ von 2.000 Personen.

  • Teilnehmer, die in urbanen Regionen leben, beurteilten die Gesundheitsversorgung insgesamt zu knapp drei Vierteln als „sehr gut“ oder „gut“. Befragte aus Orten unter 10.000 Einwohnern vertraten nur zur Hälfte diese Überzeugung.

  • Deutlich wird der Unterschied auch bei der Frage nach Krankenhäusern und Fachärzten: 71 Prozent der Einwohner in Städten von über 200.000 Einwohnern sehen ihre Krankenhausversorgung als „sehr gut“ oder „gut“. Bei Bewohnern von Orten unter 20.000 Einwohnern sind es lediglich 52 Prozent.

  • Die Erreichbarkeit dürfte dabei eine wichtige Rolle spielen: in Millionenstädten ist das nächste Krankenhaus im Schnitt gut vier Kilometer entfernt, in Orten unter 10.000 Einwohnern mehr als 10 Kilometer.

  • Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Fachärzten. Hier vergaben 65 Prozent der „Großstädter“ die beiden Bestnoten, bei den „Landbewohnern“ waren es nur 45 Prozent. Auch in diesem Bereich besteht ein großer Unterschied bei den Entfernungen - gut drei Kilometer Distanz in der Großstadt, 10 Kilometer auf dem Land.

  • Relativ gering ist der Unterschied (noch?) bei der Beurteilung der Hausarzt-Versorgung. Hier vergaben die Stadtbewohner zu 71 Prozent „sehr gut“ und „gut“, die Landbewohner zu 65 Prozent. Bei der Versorgung mit Arzneimitteln war man in Stadt und Land gleichermaßen zufrieden - zu 80 Prozent.
     

Handlungsbedarf wird größer werden

Nach Einschätzung des BAH wird sich das Stadt-Land-Gefälle bei der Gesundheitsversorgung in den nächsten Jahren noch vergrößern. Gründe dafür: der demografische Wandel und der anhaltende Trend zumWohnen und Leben in der Großstadt. Von daher sind innovative Lösungen nötig, um auch in Zukunft eine gute Versorgung auf dem Lande sicherzustellen - ggf. ohne, dass es auf physische Erreichbarkeit ankommt. Im digitalen Zeitalter sollte es dafür Wege geben.

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