Gesundheitsausgaben in Deutschland steigen weiter

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Die Ausgaben für Gesundheit sind eine bedeutende wirtschaftliche Größe. Das zeigt sich erneut bei den Zahlen, die jetzt das Statistische Bundesamt veröffentlicht hat. Danach sind in Deutschland 2015 insgesamt 344,2 Mrd. Euro in den Gesundheitssektor geflossen - 4,5 Prozent mehr als 2014. Der Trend zu überproportionalen Ausgabensteigerungen hat sich damit fortgesetzt. Er dürfte auch 2016 angehalten haben und wenig spricht dafür, dass sich hieran bald etwas ändert.

Für 2016 kann das Statistische Bundesamt bisher nur Schätzungen abgeben, danach wird mit einem weiteren Ausgabenanstieg auf 359,1 Mrd. Euro gerechnet. Das würde eine Zunahme um 4,3 Prozent gegenüber 2015 bedeuten. Damit sind die Aufwendungen für das Gesundheitswesen auch in den vergangenen beiden Jahren stärker gestiegen als die Wirtschaft gewachsen ist. Betrachtet man die Dekade 2005 bis 2015, schnellten die Gesundheitsausgaben um rd. 42 Prozent nach oben, auf die Jahrtausendwende bezogen macht das Plus sogar mehr als 60 Prozent aus.
 

Demografie und medizinischer Fortschritt als Ursachen

Der Anstieg wird seitens des Bundesgesundheitsministeriums vor allem mit der demografischen Entwicklung und dem medizinischen Fortschritt begründet. Mit der Überalterung der Gesellschaft steigt der medizinische Behandlungsbedarf, gleichzeitig gibt es neue und bessere Behandlungsmöglichkeiten, die auch mehr Kosten verursachen. Ein weiterer Ausgabentreiber war 2015 die erste Stufe der Pflegereform, die eine bessere Versorgung von Pflegebedürftigen gebracht hat.

Pro Kopf der Bevölkerung sind im vorletzten Jahr 4.213 Euro an Gesundheitsausgaben angefallen. Rund 58 Prozent der ausgegebenen 344,2 Mrd. Euro wurden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Private Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck trugen 13,4 Prozent der Ausgaben. Die PKV übernahm 8,9 Prozent, hier fiel der Ausgabenanstieg mit 5 Prozent besonders deutlich aus.
 

Wofür das Geld ausgegeben wird

Interessant ist auch ein Blick auf die einzelnen Ausgabenbereiche. Für Investitionen wurden nur knapp 6 Mrd. Euro ausgegeben - etwas mehr als 1,7 Prozent. Der Betrag war gegenüber 2014 sogar leicht rückläufig. Der große Rest - 98,3 Prozent - entfiel auf die laufenden Gesundheitsausgaben. Die drei größten Blöcke sind dabei ärztliche Leistungen, pflegerische und therapeutische Leistungen sowie Waren, worunter vor allem Arzneimittel, Hilfsmittel und Zahnersatz fallen. Für alle drei Bereiche wurden jeweils mehr 90 Mrd. Euro ausgegeben. Demgegenüber erscheinen die Ausgaben für Prävention und Gesundheitsschutz mit 11,3 Mrd. Euro vergleichsweise bescheiden.

Weitere Ausgabensteigerungen sind auch in Zukunft zu erwarten. Die Unternehmensberatung Deloitte hat erst kürzlich für Westeuropa bis 2020 weitere jährliche Ausgabensteigerungen im Gesundheitswesen von vier Prozent prognostiziert. Auf Deutschland bezogen wäre das eine Fortsetzung der bisherigen Entwicklung.

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