Gesetzliche Krankenkassen – wie steht es um die Finanzlage?

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Zur Jahreswende 2015/16 erhielten GKV-Mitglieder Post mit einer schlechten Nachricht. Aufgrund der angespannten Finanzlage durch weiter steigende Gesundheitskosten sahen sich die meisten Krankenkassen genötigt, die Zusatzbeiträge anzuheben. Dadurch verteuerten sich die Krankenversicherungskosten zum Teil deutlich. Prognosen gingen damals davon aus, dass auch 2017 und in den Folgejahren die Zusatzbeiträge wegen weiter steigender Ausgaben angehoben werden müssten.

Heute, kurz vor dem nächsten Jahreswechsel sieht die Situation ganz anders aus. Während PKV-Versicherte in den letzten Wochen von ihrer Krankenversicherung mit Prämienanpassungen ab 2017 konfrontiert wurden, scheinen die gesetzlichen Krankenkassen geradezu in Geld zu schwimmen. Höhere Zusatzbeiträge für 2017 sind – zumindest in der Breite – erst einmal vom Tisch.
 

Finanzspritze von 1,5 Mrd. Euro aus dem Gesundheitsfonds

Möglich wurde dies u.a. durch einen außerordentlichen Zuschuss aus dem Gesundheitsfonds in Höhe von 1,5 Mrd. Euro. Dieses Geld soll die zusätzlichen Kostenbelastungen durch die Flüchtlinge ausgleichen und den Ausbau der Telemedizin unterstützen – so lautet zumindest die offizielle Begründung der Bundesregierung. Der Gedanke, im Bundestags-Wahljahr die Krankenversicherungsbeiträge möglichst stabil zu halten, dürfte mitgeschwungen haben.

Aber vielleicht wäre diese „Finanzspritze“ gar nicht nötig gewesen, denn auch so scheinen die Kassen-Einnahmen kräftig zu sprudeln. Darüber hat kürzlich die FAZ berichtet, die entsprechend recherchiert hat. Offizielles ist aus dem GKV-Bereich dazu nicht zu hören. Wenn man den Recherchen folgt, haben sich bei den Kassen bis zum Ende des dritten Quartals Überschüsse von rund 1,5 Mrd. Euro angehäuft – also nochmal der gleiche Betrag wie beim außerordentlichen Zuschuss aus dem Gesundheitsfonds.
 

Ersatzkassen stehen am besten da

Bei der Höhe der Überschüsse gibt es deutliche Unterschiede. Das größte Plus haben wohl die Ersatzkassen verzeichnet, gut sieht die Überschusssituation auch bei den AOK’s aus. Die Innungskrankenkassen arbeiten dagegen leicht defizitär. Aus dem Bereich der Betriebskrankenkassen liegen zum dritten Quartal keine Zahlen vor, hier war zur Jahresmitte ein Überschuss von 40 Mio. Euro vorhanden.

Die Ersatzkassen konnten bis Ende September einen Überschuss von 757 Mio. Euro ansammeln. Vor Jahresfrist hatten sie noch ein Defizit von 97 Mio. Euro erwirtschaftet. Weniger stark gestiegene Ausgaben als erwartet und Mehreinnahmen durch zu Jahresbeginn erhöhten Zusatzbeiträge haben diesen Finanzsegen bewirkt.

Bei den AOK’s sieht das Bild ähnlich, aber nicht so ausgeprägt aus. Der Überschuss stieg hier auf 558 Mio. Euro. Neben ähnlichen Faktoren wie bei den Ersatzkassen hat hier auch der Anstieg der Versicherten zu gestiegenen Einnahmen beigetragen. Binnen eines Jahres konnten 2,4 Mio. zusätzliche Mitglieder gewonnen werden.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

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Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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