Digitalisierung im Gesundheitswesen - das E-Rezept kommt

Das Gesundheitswesen gehört zu den Bereichen, die noch Nachholbedarf bei der Digitalisierung haben. Die zähen Fortschritte bei der elektronischen Gesundheitskarte sind nur ein Beispiel von vielem wo es hakt bei der Anwendung moderner Informations- und Kommunikationstechnologie.

Das E-Rezept könnte eine erfreuliche Ausnahme darstellen. Es wird voraussichtlich im nächsten Jahr flächendeckend eingeführt. Pilotprojekte gibt es bereits und die nötigen technischen Festlegungen werden wohl spätestens bis zum Jahresende erfolgt sein. Gesetzliche Grundlage für das E-Rezept ist das am 16. August 2019 in Kraft getreteneGesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung.
 

Wie das E-Rezept funktioniert

Das E-Rezept soll nicht nur für ärztlich verordnete Arzneimittel Anwendung finden, sondern auch für für Verordnungen von Heilmitteln, Hilfsmitteln oder von häuslicher Krankenpflege. Während die technischen Standards für elektronische Arzneimittel-Verordnungen bereits bis zum 30. Juni dieses Jahres definiert sein mussten, gibt das Gesetz bei den übrigen Verordnungen bis zum Jahresende Zeit. Hier könnte es also noch etwas länger bis zur flächendeckenden Einführung dauern.
 

Und so soll das E-Rezept funktionieren:

  • Kassenpatienten können künftig entscheiden, ob sie ihr Rezept wie gewohnt in rosafarbener Papierform erhalten wollen oder als E-Rezept. Bei der Videosprechstunde ist das E-Rezept Standard;

  • der Arzt erstellt das Rezept in seinem Praxismanagement-System;

  • beim E-Rezept erhält der Patient einen Zugriffscode auf sein Mobilgerät, die Verordnung selbst wird in verschlüsselter Form gespeichert;

  • mit dem Code kann der Patient das Rezept in einer Apotheke seiner Wahl einlösen;

  • ist das betreffende Medikament nicht vorhanden, bestellt die Apotheke das Arzneimittel. Der Patient erhält dann automatisch eine Nachricht auf sein Mobilgerät, sobald das Medikament bereitsteht. Alternativ ist auch die Lieferung nach Hause möglich, wenn die Apotheke einen entsprechenden Dienst anbietet und sich der Patient dafür entscheidet.
     

Pilotprojet bei der TK massiv ausgeweitet

Die Techniker Krankenkasse (TK) - mit rund 10,7 Millionen Versicherten die größte deutsche Krankenkasse - ist Vorreiter bei der Einführung des E-Rezepts in Deutschland. Bereits im vergangenen Jahr war ein entsprechendes Pilotprojekt gestartet worden. Das hatte zunächst einen regional eng begrenzten Umfang und beschränkte sich auf Hamburg-Wandsbeck. Einen entscheidenden Schub erhielt das Projekt während des Corona-Lockdowns als die TK beschloss, ihren Mitgliedern bundesweit den Zugang zu Videosprechstunden bei Ärzten zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang wurden auch die Möglichkeiten für E-Rezepte massiv ausgeweitet.

Mittlerweile können bereits rund 40.000 niedergelassene Ärzte E-Rezepte für TK-Versicherte ausstellen. Mehrere andere Krankenkassen haben sich dem TK-Projekt angeschlossen: Die Barmer Ersatzkasse und die Hanseatische Krankenkasse sind schon länger mit dabei. Neu im Boot befinden sich die DAK Gesundheit und die Innungskrankenkasse BIG direkt gesund. Sie stehen zusammen für rund 26 Millionen Versicherte, ein gutes Drittel der GKV-Mitglieder. Beim Anschluss der Apotheken besteht allerdings noch Nachholbedarf. Die TK kooperiert hier mit verschiedenen Apotheken-IT-Dienstleistern. Aktuell können etwas mehr als 1.000 Apotheken bundesweit das E-Rezept einlösen. Das ist etwa nur jeder zwanzigste Apotheke.

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