Gerade beschlossen - was bringt das Digitale Versorgung-Gesetz?

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Wir leben im Zeitalter der Digitalisierung - das wird zumindest in vielen Veröffentlichungen vermeldet. Wer dann bei einer Zugfahrt mal wieder in ein Funkloch gerät oder „vor Ort“ erlebt, dass kein öffentliches WLAN vorhanden ist, hat Zweifel ob diese Aussage wirklich stimmt. Auch im Krankenhausbetrieb oder beim Arztbesuch läuft nach wie vor vieles analog und Vernetzung ist erst ansatzweise verwirklicht.

Für mehr digitale Dynamik will das am 7. November vom Bundestag beschlossenen „Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation“ - kurz Digitale Versorgung-Gesetz oder DVG - sorgen. Das vom reform- und gesetzfreudigen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verantwortete Vorhaben möchte digitale Lösungen im Patienten-Alltag fördern. Es betrifft in erster Linie das gesetzliche Krankenversicherungssystem, dürfte aber auch auf die Versorgung von Privatpatienten und die PKV ausstrahlen. Unter anderem soll es ab kommendem Jahr möglich sein, Gesundheits-Apps auf Rezept zu erhalten. Zu den vorgesehenen Regelungen hier ein Überblick:
 

Verbindliches digitales Gesundheits-Netz

Die Anbindung an die Telematik-Infrastruktur im Gesundheitswesen soll für die Akteure verbindlicher werden. Ärzte, die sich nicht anschließen, werden ab 1. März 2020 verstärkt mit Honorarabzügen sanktioniert. Apotheken müssen sich bis spätestens Ende September 2020 anbinden, Krankenhäuser bis 1. Januar 2021. Hebammen, Physiotherapeuten, Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen können sich freiwillig anschließen lassen und erhalten die dafür entstehenden Kosten erstattet.
 

Videosprechstunden sollen normal werden

Videosprechstunden sind unter bestimmten Bedingungen heute schon möglich. Das Angebot ist aber ziemlich lückenhaft und zudem intransparent. Um hier bessere Voraussetzungen zu schaffen, erlaubt das Gesetz Ärzten künftig, auf ihren Internet-Seiten über die Möglichkeit der Videokonsultation zu informieren. Die vorgeschriebene Aufklärung über diese Form des Arztgesprächs darf jetzt auch direkt in der Sprechstunde am Bildschirm erfolgen und nicht wie bisher bei einem gesonderten Arzttermin im Vorfeld.
 

Papierlosigkeit wird belohnt

Das Gesundheitswesen soll zwar nicht gänzlich papierlos werden, aber papierloser als bisher. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und das E-Rezept sind wichtige Maßnahmen in diese Richtung. Auch Heil- und Hilfsmittel sollen künftig elektronisch verordnet werden können. Elektronische Arztbriefe werden demnächst besser vergütet als das Versenden per Fax. Heute ist es genau umgekehrt. Auch der Beitritt zu einer gesetzlichen Krankenkasse soll ab 2020 voll elektronisch möglich sein.
 

Gesundheits-App auf Rezept

Gesundheits-Apps können künftig vom Arzt auf Rezept verschrieben werden. Die Kosten für die App werden dann von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Voraussetzung für die Rezeptfähigkeit einer App ist, dass die Anwendung vorher vom B undesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte geprüft wurde und der Hersteller in einer einjährigen Testphase die Eignung für die Verbesserung der Patientenversorgung nachweist.
 

Förderung innovativer Projekte

Der von der Bundesregierung aufgelegte Innovationsfonds für die Finanzierung von Projekten zur besseren Gesundheitsversorgung wird bis 2024 verlängert und mit 200 Mio. Euro Fördergeldern pro Jahr ausgestattet.
 

Elektronische Patientenakte - wie geht’s weiter ?

Die gesetzlichen Grundlagen zur elektronischen Patientenakte sind inzwischen veraltet und von der technischen Entwicklung überholt worden. Hier bedarf es umfassenderer Neuregelungen, die im Rahmen des Digitale Versorgung-Gesetzes noch nicht möglich waren. Ein eigenes Datenschutzgesetz soll die erforderlichen Regelungen treffen. Die Terminvorgabe 1. Januar 2021 für die Einführung der elektronischen Patientenakte wird dadurch nicht berührt.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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