Einmaliger Corona-Zuschlag für die private Pflegepflichtversicherung

Die private Pflegepflichtversicherung wird im nächsten Jahr um einen Corona-Zuschlag teurer. Diese Verteuerung ist allerdings befristet. Sie gilt nur für das Jahr 2022. Mit dem Zuschlag deckt die private Pflegepflichtversicherung ihre Belastung durch die Mitfinanzierung des Pflegerettungsschirms.

Nach einer entsprechenden gesetzlichen Vorgabe muss sie einen Beitrag zu den durch den Pflegerettungsschirm bedingten Kosten leisten, der ihrem Versicherten-Anteil entspricht. Derzeit sind rund 9,2 Mio. Personen in der privaten Pflegepflichtversicherung versichert. In der sozialen Pflegeversicherung sind es rund 73,3 Mio. Bundesbürger.
 

480 Mio. Euro für Pflege-Rettungsschirm benötigt

Im vergangenen und in diesem Jahr zahlte bzw. zahlt die private Pflegepflichtversicherung insgesamt 530 Mio. Euro für den Pflege-Rettungsschirm und für die Durchführung der Corona-Testverordnung in Pflegeeinrichtungen . Dem standen und stehen rund 50 Mio. Euro an Minderausgaben gegenüber, weil Pflegeleistungen aus Angst vor Corona-Ansteckungen nicht in Anspruch genommen worden sind. Bleibt unter dem Strich eine Deckungslücke von 480 Mio. Euro. Dieser Betrag soll jetzt durch den Zuschlag im kommenden Jahr aufgebracht werden. Auch die Zuschlagserhebung ist gesetzlich reguliert.

Der Zuschlag wird als „Kopf-Pauschale“ berechnet und zusammen mit dem regulären monatlichen Beitrag erhoben. Dabei gibt es einen Unterschied fürBeihilfe-Empfänger und Nicht-Beihilfeberechtigte - im Wesentlichen deckungsgleich mit Beamten und deren Angehörigen einerseits sowie Arbeitnehmern und Selbständigen andererseits. Für Beihilfe-Empfänger macht der Zuschlag 88,- Euro (≈ 7,30 Euro monatlich umgelegt) aus, für Nicht-Beihilfeberechtigte 41,- Euro (≈ 3,40 Euro monatlich umgelegt).
 

Warum Beamte mehr zahlen müssen

Dieser Unterschied hängt mit der Versicherten-Struktur in der privaten Pflegeversicherung und mit den gesetzlichen Vorgaben zusammen. Rund 75 Prozent der privaten Pflegepflichtversicherten sind Beihilfe-Empfänger. Da die Finanzierungslast „nach Köpfen“ verteilt wird, muss diese Gruppe auch das Gros der 480 Mio. Euro tragen, konkret rund 360 Mio. Euro. Eine weitere Besonderheit: die Beihilfe ist bei der Finanzierung des Pflegerettungsschirms nicht mit im Boot. Konsequenz: Beihilfeberechtigte müssen den auf sie entfallenden Teil der Rettungsschirm-Kosten zu 100 Prozent tragen. Angestellte stellen sich diesmal besser. Bei ihnen trägt der Arbeitgeber - wie üblich - die Hälfte des Zuschlags. Der tatsächliche monatliche Eigenbeitrag sinkt dadurch auf rund 1,70 Euro. Selbständige sind wiederum zu 100 Prozent in der Pflicht.
 

Wo sich der Zuschlag nicht auswirkt

Der Zuschlag wird nicht durch geltende Regelungen über Höchstbeiträge in der privaten Pflegepflichtversicherung berührt. Bei länger als fünf Jahre Versicherten darf der Monatsbeitrag nach aktuellem Stand 59,02 Euro in Beihilfetarifen und 147,54 Euro in allen übrigen Tarifen nicht überschreiten. Der Zuschlag wird dabei aber nicht berücksichtigt. Er kommt einfach „on Top“.

Nicht betroffen von der Zuschlagsregelung sind

  • Kinder ohne Beitragspflicht in der privaten Pflegepflichtversicherung

  • sogenannte kleine Anwartschaften (Anwartschaften ohne Altersrückstellungen)

  • Hilfebedürftige nach SGB II oder SGB XII und kriegsgeschädigte Versorgungsempfänger.
     

Immer noch günstiger als soziale Pflegeversicherung

Ausführliche Informationen zur Zuschlagsregelung bietet eine entsprechende Seite des PKV-Verbands . Dieser weist auch darauf hin, dass trotz der Zuschlagserhebung die private Pflegepflichtversicherung in der Regel immer noch günstiger ist als die soziale Pflegeversicherung. Eine Wahlmöglichkeit besteht ohnehin nicht, denn es gilt das Prinzip: die Pflegeversicherung folgt der Krankenversicherung.

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