Corona-Virus - was kostet die Krise die Krankenkassen?

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In den letzten Tagen ist das öffentliche Leben in Deutschland in vielen Bereichen zum Stillstand gekommen. Veranstaltungen abgesagt, Schulen und Kitas geschlossen, ebenso viele öffentliche Einrichtungen, Kinos, Clubs, Bars, Kneipen und Restaurants. Auch die Grenzen Deutschlands sind weitgehend dicht. Das Corona-Virus hat das Land fest im Griff. Dabei beträgt die Zahl der Infizierten nach wie vor erst einige Tausend - zumindest offiziell. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.

Spätestens seit dem gemeinsamen Auftritt vonBundeskanzlerin Merkel mitBundesgesundheitsminister Spahn und dem Chef des Robert-Koch-Instituts ist deutlich geworden, dass Gesundheitspolitik und -behörden nicht mehr davon ausgehen, die Ausbreitung des Virus verhindern zu können. Man rechnet damit, dass sich im Lauf der nächsten ein bis zwei Jahre 60 bis 70 Prozent der Menschen im Land infizieren werden. Es geht nur noch darum, die Ausbreitung zu verlangsamen, damit das Gesundheitssystem und die Infrastruktur weiter arbeitsfähig bleiben.
 

Es geht nicht nur um Kosten für Corona-Tests

Schon jetzt ist klar, dass auf Arztpraxen und Krankenhäuser eine große Zahl an Corona-Patienten zukommt. Sie werden Behandlungen und Medikamente benötigen. Trotz des dynamischen Infektionsgeschehens der letzten Wochen - die Entwicklung steht tatsächlich erst am Anfang. Ob die ergriffenen drastischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens wirken werden, bleibt abzuwarten.

Wenn auch sicher die Sorge um die Gesundheit an erster Stelle steht, bei den gesetzlichen Krankenkassen macht man sich jetzt schon Gedanken um die kostenmäßigen Folgen der Corona-Krise. Dass diese erheblich sein werden, steht außer Frage, wenn über kurz oder lang mit der Erkrankung von Millionen Menschen gerechnet werden muss. Der Behandlungsbedarf dürfte zwar in vielen Fällen nicht dramatischer sein als bei einer normalen Grippe. Bei schweren Infektionen sieht es dagegen anders aus, das Behandlungsspektrum reicht bis hin zur Intensivmedizin.

Die Kosten für einen Test auf den Corona-Virus sind da nur eine unter vielen möglichen Komponenten. Ein Test kostet zwischen 150,- Euro und 300,- Euro und wird seit Ende Februar von den Krankenkassen übernommen, wenn ein begründeter Corona-Verdacht besteht. Die privaten Krankenversicherer verhalten sich vergleichbar. Die tatsächlichen Behandlungskosten können bei ernsteren Verläufen ein Vielfaches davon betragen.
 

Kassenlage defizitär - aber hohes Rücklagenposter

Noch tun sich die Krankenkassen mit einer konkreten Einschätzung der Kostenwirkungen schwer. Es gibt zu viele Unbekannte in der Rechnung und die Lage ändert sich jeden Tag. Aber dass auf das Gesundheitssystem deutliche Mehrkosten zukommen werden, ist bereits sicher. Die Corona-Krise trifft die Krankenkassen in einer sich verschlechternden Finanzlage. Nach Jahren hoher Einnahmeüberschüsse wurde im letzten Jahr erstmals wieder ein Defizit in Höhe von rund 1,5 Mrd. Euro eingefahren. Grund dafür: deutlich gestiegene Gesundheitsausgaben.

Dennoch verzichten die meisten gesetzlichen Krankenkassen in diesem Jahr auf eine Erhöhung ihrer Zusatzbeiträge und federn das Minus über ihre Rücklagen ab, die zum Glück beträchtlich sind. Das Reservepolster belief sich zum Jahresende 2019 auf 19,8 Mrd. Euro. Mit einem weiteren Abschmelzen war ohnehin gerechnet worden. Das könnte sich durch die Corona-Krise noch beschleunigen. Höhere Zusatzbeiträge bereits im nächsten Jahr sind dadurch wahrscheinlicher geworden. Auch am PKV-System werden Mehrkosten nicht spurlos vorübergehen. Hier gilt allerdings ein besonderer, gesetzlich regulierter Anpassungsmechanismus. Dieser kann je nach Tarifkalkulation dazu führen, dass sich die Corona-Kosten erst zeitversetzt in den Beiträgen bemerkbar machen.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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