Corona-Virus und private Krankenversicherung: Das sollten Sie wissen

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Derzeit gibt es kaum ein Thema, das die Nachrichten so beherrscht wie das Corona-Virus. Die Hoffnungen, die Virus-Erkrankung auf ihre Ursprungsregion - die zentralchinesische Provinz Hubei – beschränken zu können, haben sich schnell zerschlagen. Dort waren um den Jahreswechsel die ersten Corona-Fälle bekannt geworden. Inzwischen ist die Krankheit längst in Europa angekommen – auch in Deutschland.

Die Zahl der Infektionen steigt täglich - trotz der Bemühungen der Gesundheitsbehörden um Begrenzung. Inzwischen werden sogar Messen und Veranstaltungen abgesagt, Flüge gestrichen, Schulen und Kindergärten geschlossen. Dennoch ist der Höhepunkt der Infektionen wohl nicht erreicht. Das Tröstliche dabei: die Corona-Infektion ist eine eher milde Grippe-Form und das Risiko, daran zu sterben vergleichsweise gering. Da es im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung immer noch wenige Infizierte gibt, bleibt das Ansteckungsrisiko vorerst gering.

Wann die Versicherung zahlt – und wann nicht!

Dennoch stellt sich mancher die Frage, was im Falle eines Falles wäre - auch im Zusammenhang mit einer bestehenden oder angedachten privaten Krankenversicherung. Wir haben hier einige mögliche Fragen mit einigen - prophylaktischen - Antworten für Sie zusammengestellt.
 

1. Zahlt die PKV den Corona Test?

In den Versicherungsbedingungen gibt es in der Regel keine spezifischen Bestimmungen zu Infektions-Tests. Hier gilt das allgemeine Prinzip: die PKV zahlt das, was medizinisch notwendig ist. Als medizinisch notwendig dürfte ein Corona-Test dann anzusehen sein, wenn Sie sich im Umfeld von Infizierten oder in einem Risikogebiet aufgehalten haben und bei Ihnen Symptome auftreten, die einen konkreten Corona-Verdacht begründen.

Ein reiner Test ohne begründeten Anlass, „um ganz sicher zu sein“, fällt nicht darunter. Zumindest können Sie keinen Anspruch geltend machen. Corona Tests kosten zwischen 150,- € und 250,- €, mit Nebenkosten um die 300,- €. Die privaten Krankenversicherer werden sich nicht anders verhalten als die gesetzlichen Krankenkassen. Auch hier werden die Kosten bei begründetem Verdacht übernommen, sonst nicht.


2. Habe ich Anspruch auf mein Krankentagegeld, wenn ich in Quarantäne muss?

Eine Quarantäne ist per se noch keine Erkrankung, sondern eine staatlich angeordnete Infektionsschutzmaßnahme. Wird die Arbeit im Home Office weiter ausgeübt, stellt sich die Frage eines Krankentagegeldes erst gar nicht. Die Lohnzahlung läuft normal weiter. Ist keine Arbeit möglich, wird in den ersten sechs Wochen ein Verdienstausfall gezahlt, der der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall entspricht. Dazu gibt es entsprechende Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz.

Dauert die Quarantäne auch danach noch an - was eher unwahrscheinlich sein dürfte -, wird die Krankentagegeldversicherung in der Regel nicht eintreten, es sei denn, es liegt tatsächlich eine Corona-Infektion vor. Denn der Versicherungsfall ist laut Musterbedingungen auf „die medizinisch notwendige Heilbehandlung einer versicherten Person wegen Krankheit oder Unfallfolgen“ beschränkt. Quarantäne ist aber keine Krankheit. Anders sieht es bei einer konkreten Erkrankung aus. Bei einer Infektion leistet die Versicherung selbstverständlich das vereinbarte Krankentagegeld, wenn die Fristvoraussetzungen gegeben sind.
 

3. Werden Behandlungskosten für Corona auch im Ausland erstattet?

Bei der privaten Krankenvollversicherung ist ganz überwiegend in den Tarifen bereits ein Auslandskrankenschutz mit enthalten. Allerdings ist der Geltungsbereich uneinheitlich. Einschränkungen gibt es sowohl in räumlicher als auch in zeitlicher Hinsicht. Insbesondere bei längeren Auslandsaufenthalten und Aufenthalten außerhalb Europas besteht nicht in jedem Tarif automatisch ein Auslandskrankenschutz. Hier hilft nur der Blick in die Versicherungsbedingungen oder eine Erkundigung beim Versicherer.

Tritt die Corona-Erkrankung in einem vom Tarif abgedeckten Gebiet und/oder Zeitraum auf, werden die Behandlungskosten übernommen, ansonsten nicht. In solchen Fällen empfiehlt sich ein geeigneter Auslandsreisekrankenschutz.
 

4. Kann ich noch schnell in die private Krankenversicherung wechseln?

Der Wechsel in die PKV ist eine Grundsatzentscheidung und sollte nicht von einer einzelnen Erkrankung abhängig gemacht werden - auch nicht vom Corona-Virus. Bei Arbeitnehmern ist der Wechsel ohnehin nur möglich, wenn das Einkommen die Versicherungspflichtgrenze überschreitet. Grundsätzlich dürfen Sie auch als GKV-Mitglied eine angemessene Behandlung bei einer Corona-Infektion erwarten.

Bei einer überstandenen oder akuten Corona-Infektion müssen Sie dies bei den Gesundheitsfragen im Versicherungsantrag angeben. Das kann sich unter Umständen auf die Antragsannahme, die Prämien oder die Leistungen im PKV-Tarif auswirken. Zum Handling durch die Versicherer liegen aber noch keine Erfahrungswerte vor.
 

5. Kann ich noch schnell ein privates Krankentagegeld abschließen?

Der Abschluss einer privaten Krankentagegeldversicherung ist natürlich jederzeit möglich, falls sie noch nicht besteht. Sie ist eigentlich ein Muss für privat versicherte Arbeitnehmer und generell für Selbständige. Denn Krankengeld, das Verdienstausfälle ausgleicht, gibt es nur für gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer und für solche Selbständige, die mit vollem Beitragssatz freiwillig in der GKV sind.

Allerdings gelten beim Neuabschluss eines Krankentagegelds für den Versicherungsschutz üblicherweise Wartezeiten, meist drei Monate. Heute abgeschlossen würde der Versicherungsschutz frühestens im Sommer greifen. Ob dann noch eine Corona-Problematik besteht, vermag derzeit niemand zu sagen.
 

6. In welchem Umfang leistet eine Auslandsreisekrankenversicherung?

Die private Auslandsreisekrankenversicherung macht bei der Leistung allgemein keinen Unterschied hinsichtlich der Krankheitsursachen. Liegt eine Krankheit vor, deren Behandlung medizinisch notwendig ist, leistet die Versicherung entsprechend. Das gilt auch für Erkrankungen durch das Corona-Virus.
 

7. Werden Kosten für einen möglichen Rücktransport wegen Corona übernommen?

Bei vielen PKV-Tarifen und auch bei Auslandsreisekrankenversicherungen sind Kosten für Krankenrücktransporte in die Heimat mit eingeschlossen. Das gilt oft allerdings nur, wenn die Erkrankung im Reiseland nicht ausreichend behandelt werden kann und der Krankenrücktransport medizinisch notwendig ist. Manchmal sind die Versicherungsbedingungen auch etwas generöser - es kommt auf den jeweiligen Tarif an. Die entsprechenden Bestimmungen sind nicht krankheitsspezifisch und gelten auch für Corona-Erkrankungen.


8. Werden Kosten zur Infektions-Vorbeugung (Atemmasken, Desinfektionsmittel etc.) von der PKV erstattet?

Hier lautet die Antwort Nein! Die Krankenversicherung trägt im Allgemeinen nur Kosten für Mittel, die im Zuge einer bestehenden Erkrankung medizinisch notwendig werden, vom Arzt verordnet sind und schulmedizinischen Erkenntnissen entsprechen. Desinfektionsmittel können zur Vorbeugung zwar hilfreich sein, sind aber nicht zwingend. Der Nutzen von Atemmasken bei Corona-Vorbeugung ist zweifelhaft.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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