PKV – 12 Mrd. Euro Subventionen für das gesetzliche System

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Im beginnenden Bundestagswahlkampf wird verstärkt über die Bürgerversicherung diskutiert. Bei SPD, Linken und Grünen hat das Modell viele Anhänger, auch wenn die Vorstellungen keineswegs deckungsgleich sind. Dabei wird immer wieder argumentiert, die PKV biete „Besserverdienenden“ die Möglichkeit, sich der GKV-Solidarpflicht zu entziehen. Mit einer Versicherungspflicht für alle - der Bürgerversicherung - könnten die Beiträge der „Gesetzlichen“ insgesamt günstiger werden.

Dieser Argumentation widerspricht das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) mit eigenen Zahlen. Danach würde das Gesundheitssystem durch den Wegfall der privaten Krankenvollversicherung nicht ent- sondern belastet. Die WIP-Experten beziffern diesen Effekt aktuell auf über 12 Milliarden Euro jährlich.
 

PKV-Versicherte zahlen für die gleiche Leistung tendenziell mehr

Ausgangspunkt der Überlegungen ist, dass die meisten medizinischen Leistungen in der PKV zu deutlich höheren Sätzen abgerechnet werden als in der GKV. Der „2,3 fache Satz“ ist gang und gäbe, nicht selten wird mehr in Rechnung gestellt. PKV-Versicherte bzw. ihre Versicherungen zahlen daher für die gleiche Leistung mehr als GKV-Mitglieder bzw. die gesetzlichen Krankenkassen. Die Differenz zwischen GKV-Satz und PKV-Satz kann ökonomisch als Subvention interpretiert werden, die dem Gesundheitssystem insgesamt zu Gute kommt. Die GKV profitiert indirekt, weil die PKV-Subventionierung es möglich macht, die Beiträge für die eigenen Mitglieder in Grenzen zu halten.

Würde eine Bürgerversicherung eingeführt, würde diese Subventionierung wegfallen, weil dann für alle Versicherten die gleiche Abrechnung gelten würde. Der Beitrag für alle würde sich dadurch nach WIP-Berechnungen um mindestens einen Prozentpunkt erhöhen. 2014 hat die PKV rund 32 Mrd. Euro an Erstattungen für Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken oder Hilfsmittel aufgebracht. Wäre zu GKV-Bedingungen abgerechnet worden, wären lediglich 20 Mrd. Euro zu erstatten gewesen. Aus der Differenz erklären sich die 12 Mrd. Euro.
 

Auch andere Effekte einbeziehen

Die finanzielle Unterstützung ist keineswegs gleichverteilt. Fast die Hälfte des Betrags floss 2014 in ambulante ärztliche Versorgung. Gut ein Viertel entfiel auf Kosten für Zahnbehandlungen. Das restliche Viertel wirkte sich bei stationären Behandlungen, Heil- und Hilfsmitteln, Medikamenten und sonstigen Posten aus. Die Subventionierung ist dabei in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. 2006 machte sie lediglich 9,4 Mrd. Euro aus. Insgesamt leistete die PKV nach WIP-Berechnung von 2006 bis 2014 90 Mrd. Euro an Subventionen.

In der Diskussion um die Berechtigung der PKV liefert das WIP-Zahlengerüst einen wichtigen Beitrag. Allerdings ist die wegfallende Subventionierung via PKV-Abrechnung nur ein Aspekt für die Beurteilung. Ihr müssen korrekterweise die Effekte durch höhere Beitragseinnahmen einer Bürgerversicherung wegen der Einbeziehung von bisher PKV-Versicherten gegenübergestellt werden.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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