Bilanzrating - welche PKV-Anbieter haben die besten Kennzahlen?

Die privaten Krankenversicherer bewegen sich wirtschaftlich in schwierigem Umfeld. Die private Krankenvollversicherung unterliegt seit Jahren einem stetigen - wenn auch moderaten – Abschmelzungsprozess. Die anhaltend niedrigen Zinsen wirken sich belastend auf Altersrückstellungen und Kapitalanlagen aus. Und immer wieder gibt es im politischen Raum Forderungen nach einer Bürgerversicherung, die den Fortbestand der PKV grundsätzlich in Frage stellt.

Die Auswirkungen von Corona sind noch nicht klar zu erkennen. Die Ereignisse sind zu frisch als dass sie sich bereits in belastbaren Zahlen niederschlagen. Aber die Corona-Krise dürfte Spuren hinterlassen - bei Ausgaben und Einnahmen der Versicherer. Vor allem privat versicherte Selbständige und Freiberufler könnten bei den Beiträgen Probleme bekommen, wenn staatliche Hilfen auslaufen oder die Wirtschaft sich nicht schnell wieder erholt. Sichtbar wird das aber erst in den Abschlüssen 2020 - also frühestens im nächsten Jahr.
 

Abschlüsse von 28 PKV-Anbietern analysiert

Mit der Entwicklung der Bilanzkennzahlen in den letzten fünf Jahren befasst sich der aktuelle map-report 916. Er zeigt einen längerfristigen Trend - allerdings bezogen auf die Zeit vor Corona. Der Report analysiert die Jahresabschlüsse von 28 PKV-Anbietern. Für die Bewertung der Bilanz werden jeweils zehn Kennzahlen herangezogen, die gewichtet zu einem Gesamtergebnis - dem Bilanzrating - verdichtet werden.

Bei den Kennzahlen geht es um die finanzielle Stabilität, die Kosten und Ergebnis- bzw. Ergebnisverwendungsgrößen der Versicherer. Maximal können 300 Punkte als Bestbewertung erreicht werden. Die vier Kennzahlen mit dem größten Gewicht sind die Solvabilität (misst die Eigenkapitalausstattung), die RfB-Quote (RfB = Rückstellung für Beitragsrückerstattung), dieÜberschussverwendungsquote und die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote. Zusammen machen diese vier Kennzahlen gut 53 Prozent der Gesamtbewertung aus.
 

Einer der Kleinsten mit den besten Zahlen

Auffällig ist, dass beim Bilanzrating Unternehmen die Nase vorn haben, die bezüglich Marktanteilen und Neuabschlüssen eher im Mittelfeld oder auf den hinteren Rängen liegen. Sieger im Bilanzrating ist die Alte Oldenburger in Vechta, die mal gerade 50.000 Vollversicherte und einen Marktanteil um die 0,5 Prozent hat. Sie erreicht 268 bzw. 87,3 Prozent der möglichen Punkte. Auf den nächsten Plätzen folgenLVM, R+V, Signal Iduna, Provinzial, Hallesche und Universa. Mit Ausnahme der Signal Iduna gehören alle Rating-Sieger nicht zu den TOP 10 der Branche. Die Universa schafft es mit 226 mit 75,3 Prozent noch gerade in die Spitzengruppe.

Interessant sind auch die Untersuchungen zur Nettorendite bei den Kapitalanlagen der Versicherer. Hier konnte die Signal Iduna mit einer Nettorendite von 3,95 Prozent (bezogen auf den mittleren Kapitalbestand eines Jahres) punkten. Immerhin wiesen 24 von 28 untersuchten Versicherern noch Renditen über drei Prozent auf, was wohl vor allem höher verzinsten Alt-Anlagen zu verdanken ist. Hier weisen auch große Anbieter wie Allianz (3,89 Prozent) oder Debeka (3,58 Prozent) noch ansehnliche Renditen auf - bemerkenswert angesichts der aktuellen Zinslage.
 

Neugeschäft ist teuer

Gute Bilanzkennzahlen und -bewertungen sind noch kein Ausweis für leistungsstarke und attraktive Tarife. Dennoch besteht zwischen der „Bilanzgüte“ und der Angebotsqualität ein Zusammenhang. Nur Versicherer mit einer starken wirtschaftlichen Substanz können auf Dauer attraktive Tarife und Beitragsstabilität bieten.

Die Debeka ist nach wie mit über 2,4 Mio. Versicherten der unangefochtene Marktführer in der privaten Krankenvollversicherung. Die AXA folgt mit knapp 0,8 Mio. Versicherten als Nummer 2 mit weitem Abstand, danach kommen DKV (0,7 Mio.), Signal Iduna (0,6 Mio.) und Allianz (0,6 Mio.). Auf Fünf-Jahres-Sicht hat die Debeka mit gut 5,9 Prozent Zuwachs auch die meisten Versicherten dazu gewonnen. Die DKV hat dagegen 9 Prozent verloren, die Allianz - auch durch Sondereffekte bedingt – 5,9 Prozent.

Damit gehen Marktanteilsverschiebungen einher. Das Neugeschäft ist allerdings für alle Versicherer eine teure Angelegenheit. Die Abschlusskostenquote stieg im Untersuchungszeitraum im Schnitt von 6,34 Prozent auf 6,52 Prozent-.

"Privatpatient" werden und trotzdem weniger bezahlen, als ein Kassenpatient?

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze. Erfüllen Sie diese Voraussetzungen nicht, können Sie dennoch Ihren Versicherungsschutz über private "Zusatztarife" aufwerten.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung - vorausgesetzt man ist beim richtigen Anbieter.

Tipp: Ob Sie bereits privat versichert sind, oder es noch vorhaben: Vergleichen Sie vor einem Wechsel über 38 Gesellschaften und sparen Sie so "regelmäßig" bis zu mehrere hundert Euro monatlich - kostenlos und unverbindlich!

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