Auf Wachstumskurs - die betriebliche Krankenversicherung

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Die betriebliche Altersvorsorge kennen die meisten Arbeitnehmer, von der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) haben bisher noch nicht so viele gehört. Das könnte sich vielleicht in Zukunft ändern, denn immer mehr Unternehmen machen von dieser Möglichkeit der Mitarbeiterbindung Gebrauch.

Nach Angaben des PKV-Verbandes hat sich die Zahl der Unternehmen, die ihren Mitarbeitern eine bKV anbieten, bis Ende letzten Jahres auf rund 7.700 erhöht. Das sind doppelt so viele wie noch drei Jahre zuvor. Damit kommen jetzt rund 760.000 Arbeitnehmer in den Genuss zusätzlicher Krankenversicherungs-Leistungen. Gemessen an den ca. 45 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland ist das allerdings immer noch ein „zartes Pflänzchen“. Wohl auch aus diesem Grund hat der PKV-Verband jetzt die Website chefsache-gesundheit.de eingerichtet, um für die bKV zu werben und zum Thema zu informieren.
 

Ein attraktives Paket schnüren

Dabei ist die bKV eigentlich ein attraktives und vergleichsweise einfach umzusetzendes Angebot - ganz im Gegensatz zur hochkomplexen betrieblichen Altersvorsorge. Der Arbeitgeber schließt mit einem privaten Krankenversicherer einfach ein entsprechendes Leistungspaket ab. Dabei handelt es sich um private Krankenzusatzversicherungen, zum Beispiel für

  • Zahnersatz und Zahnbehandlungen;
  • Wahlleistungen im Krankenhaus;
  • Sehhilfen;
  • Heilpraktiker-Leistungen;
  • Auslandsreisekrankenschutz;
  • Krankentagegeld.

Bezüglich des Umfangs und der Zusammenstellung der Leistungen gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Der Arbeitgeber ist frei, entsprechende Pakete für seine Mitarbeiter zu schnüren. Grenzen setzt höchstens das Angebot der Versicherer. Da es sich um Zusatzversicherungen handelt, profitieren in erster Linie Arbeitnehmer, die Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind. Das ist bei der großen Mehrzahl der Beschäftigten der Fall. Aber auch „Privatversicherte“ können ggf. Nutznießer sein – zum Beispiel wenn ein Krankentagegeld vereinbart ist oder manchmal auch bei Auslandsreisekrankenschutz.
 

Die Vorteile einer Gruppenversicherung

Versicherungstechnisch handelt es sich bei der bKV um eine Gruppenversicherung. Dort sind oft günstigere Tarife als bei einem individuellen Versicherungsabschluss vorgesehen, weil versicherungsmathematisch anders kalkuliert werden kann. Ein weiterer Vorteil aus Arbeitnehmer-Sicht ist: die übliche Gesundheitsprüfung und Wartezeiten beim Versicherungsschutz entfallen. Auch Betriebe mit nur wenigen Beschäftigten können in den Genuss der Gruppenversicherung kommen. Die Versicherer bilden dann größere Gruppen aus mehreren „kleinen“ Betrieben mit entsprechenden Standard-Angeboten.

In vielen Fällen trägt der Arbeitgeber die Beiträge zur bKV, es gibt aber auch das Modell einer „paritätischen“ Finanzierung. Eine rein arbeitnehmerfinanzierte Lösung ist ebenfalls denkbar, aber praktisch wenig bedeutsam. Selbst wenn Arbeitnehmer Eigenbeiträge zur bKV leisten müssen, ist die Versicherung durch den Gruppentarif und ggf. den Arbeitgeber-Anteil immer noch günstiger als eine eigene Versicherung. Oft bieten Arbeitgeber auch die Möglichkeit an, enge Angehörige günstig mit im Gruppentarif zu versichern.

Klärungsbedürftig: Steuern und Abgaben

Es gibt allerdings - zumindest bis jetzt - einen Wermutstropfen bei der bKV: die Belastung von Arbeitnehmern mit Steuern und Sozialabgaben. Bis 2013 galten die Beiträge zur bKV als steuerfreier Sachlohn. Dazu gab es auch entsprechende Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) aus 2010 und 2011. Die Finanzverwaltung sah dies allerdings anders und qualifizierte die Beiträge in einem Verwaltungserlass als steuer- und abgabenpflichtigen Barlohn. Seit 2014 findet eine entsprechende Belastung statt. Der BFH hat seine ursprüngliche Auffassung im vergangenen Jahr nochmals ausdrücklich bestätigt, die Finanzverwaltung ist aber vorerst weiterhin an den Erlass gebunden. Es herrscht ein klärungsbedürftiger Schwebezustand. Arbeitgeber können ihre Beiträge dagegen unstrittig als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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