Beitragssteigerungen in der PKV - weniger dramatisch als oft befürchtet

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Für die meisten PKV-Versicherten war der Jahreswechsel 2016/17 mit schmerzhaften Beitragserhöhungen bei ihrer Krankenversicherung verbunden. In vielen Fällen lagen die Beitragsveränderungen sogar im zweistelligen Prozentbereich. So „schockierend“ die Verteuerung sein mag, auf längere Sicht halten sich die Beitragsanpassungen immer noch in Grenzen.

Das sagt zumindest der aktuelle map-Report „Ranking Private Krankenversicherung“, der die Finanzkraft, Service und Transparenz vieler Anbieter bewertet. Der regelmäßig erscheinende Report ist anerkannt und gilt als eine zuverlässiger Gradmesser der Situation bei den „Privaten“. Danach haben sich die Beiträge für Angestellte in der PKV im Zeitraum 2000 bis 2017 durchschnittlich um 3,7 Prozent pro Jahr erhöht, bei Beamten um 2,8 Prozent.
 

Beitragsschock etwas relativiert

Wenn nur der Zeitraum 2000 bis 2016 betrachtet wird, lag die Beitragserhöhung bei Angestellten im Schnitt bei 3,7 Prozent, bei Beamten bei 2,8 Prozent. Der Beitragsschock der Jahreswende 2016/17 schlägt daher mit 0,1 bis 0,2 Prozentpunkten zu Buche. Angestellte müssen seitdem durchschnittlich 6,6 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor, bei Beamten machen die Beitragssteigerungen 5,5 Prozent aus. So deutlich dieses Plus ist, es relativiert doch etwas den Eindruck einer durchgängig zweistelligen Beitragserhöhung, die allerdings bei manchen Tarifen durchaus Realität ist. Zum Teil waren aus der PKV-Branche selbst Werte von 11 Prozent genannt worden. Der map-Report berücksichtigt allerdings nur einen Marktausschnitt - 17 Anbieter, die etwa zwei Drittel des Marktes repräsentieren.
 

Altersrückstellungen stabilisieren Rentner-Beiträge

Ein vergleichsweise erfreuliches Ergebnis bringt der Report für PKV-versicherte Rentner. Hier wird oft Klage geführt, dass es im Alter trotz der Bildung von Altersrückstellungen zu deutlichen Beitragssteigerungen kommt, die die finanzielle Leistungskraft vieler Rentner überfordern. Die Altersrückstellungen sind eigentlich dazu eingeführt worden, um einen solchen altersbedingten Beitragsanstieg abzufedern. Hier bringt der Report eine gewisse Entwarnung. Seinen Berechnungen zufolge beträgt der durchschnittliche jährliche Beitragsanstieg in dieser Versichertengruppe seit 2000 nur 2,3 Prozent – also deutlich weniger als bei Versicherten, die noch im Berufsleben stehen. Auch der Beitragsanstieg zum Jahreswechsel hielt sich mit 5,7 Prozent im Rahmen der übrigen Anhebungen. Der Report legte seinen Berechnungen Beispiel-Rentner zugrunde, die 2017 73 bzw. 75 Jahre alt werden.
 

Wenig Verschiebung im Rating

Das Versicherung-Rating des map-Reports zeigt keine dramatischen Veränderungen. Die DEBEKA, die in den Vorjahren regelmäßig die Liste anführte, erreichte diesmal „nur“ Platz zwei hinter der Provinzial Kranken, gefolgt von der Alten Oldenburger, Halleschen, Barmenia, HUK-Coburg, dem Deutschen Ring, SDK, Signal, Concordia und R+V. Die Schlusslichter bilden die Bayerische Beamtenkranken, Württembergische und Axa. Das Rating bewertet die Leistungsstärke des jeweiligen Versicherungsunternehmens. Es ist keine Aussage über die Güte einzelner Tarife.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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