Hamburger Modell - jetzt folgt auch Berlin mit der pauschalen Beihilfe

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2018 wurde in der Hansestadt Hamburg das sogenannte Hamburger Modell eingeführt - eine Krankenversicherungs-Option für Landesbeamte. Danach können Beamte, die sich für eine freiwillige Versicherung in der GKV entscheiden, eine pauschale Beihilfe von ihrem Arbeitgeber erhalten. Die Pauschale wird monatlich mit den Bezügen gezahlt und beträgt die Hälfte des GKV-Beitrags der beihilfeberechtigten Person zzgl. des hälftigen kassenabhängigen Zusatzbeitrags . Sie entspricht damit dem Arbeitgeberbeitrag bei Angestellten.
 

Die Bürgerversicherung als Vision

Diese Wahlmöglichkeit gilt für Personen, die in Hamburg ab August 2018 neu in das Beamtenverhältnis eingetreten sind sowie für Beamte, die schon vorher freiwillig Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse waren. Die freiwillige Mitgliedschaft in der GKV steht grundsätzlich allen Beamten offen, wird aber nur selten genutzt, weil normalerweise keine Beihilfeberechtigung gegeben ist. Die Beiträge sind dann zu 100 Prozent selbst zu zahlen, dadurch wird die GKV unattraktiv. Bei privater Absicherung trägt die Beihilfe rd. 50 bis 70 Prozent der Kosten. Nur das Restrisiko muss versichert werden. Entsprechend günstig sind die Beamtentarife in der PKV - bei zugleich besseren Leistungen als in der GKV.

Die Krankenvollversicherung für Beamte ist eine tragende Säule der PKV. Beamte und Pensionäre machen mehr als 40 Prozent der PKV-Versicherten aus. Zusammen mit mitversicherten Angehörigen dürfte der Anteil bei über 50 Prozent liegen. Es überrascht daher nicht, dass das Hamburger Modell von PKV-Seite sehr kritisch gesehen wird. Es rührt an die Substanz der PKV. Das gilt umso mehr, als der Antritt der Initiatoren weiter reicht. Als Vision steht die Bürgerversicherung im Raum, bei der der PKV allenfalls noch eine Nischenrolle zuerkannt wird. Mit seinem Modell hat der rot-grüne Hamburger Senat einen Schritt in diese Richtung getan.

Weniger als 2 Prozent Teilnehmer in Hamburg

Schaut man alleine auf die Hamburger Zahlen, müsste sich die PKV-Branche eigentlich wenig Sorgen machen. Denn mehr als ein Jahr nach der Etablierung des Hamburger Modells kann von einem Run auf das Angebot keine Rede sein. Zum Jahrestag der Einführung machten genau 1.365 Hamburger Beamte von der Regelung Gebrauch. Zum Vergleich: die Hansestadt hat insgesamt rd. 40.000 aktive Beamte und etwa 30.000 Pensionäre. Die Teilnahmequote beträgt demnach weniger als 2 Prozent. Erwartet worden waren ursprünglich 2.400 Wechselwillige. Die tatsächliche Zahl liegt mehr als 40 Prozent darunter.

Dennoch ist das für die privaten Krankenversicherer und ihre Interessenvertretung, den PKV-Verband, kein Grund, sich beruhigt zurückzulehnen. Denn andere Bundesländer verfolgen das Hamburger Modell mit Interesse. Zum Teil gibt es bereits konkrete Maßnahmen für eine Nachahmung. Es überrascht nicht, dass es sich dabei um Länder mit rot-grüner bzw. rot-rot-grüner Färbung handelt.
 

Berlin folgt Hamburg, Bremen, Brandenburg und Thüringen

In Bremen gilt inzwischen eine vergleichbare Regelung wie in Hamburg. In Brandenburg hatte noch der alte Landtag im Sommer ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Hier tritt die Neuregelung zum 1. Januar 2020 in Kraft. Gleiches gilt für Thüringen. Jetzt zieht auch Berlin nach. Ab dem ersten Quartal 2020 sollen Berliner Beamte ebenfalls in den Genuss der pauschalen Beihilfe kommen können. Vor wenigen Tagen hat der Senat einen entsprechenden Gesetzentwurf auf den Weg gebracht. Läuft alles wie geplant, kann das Gesetz im neuen Jahr in Kraft treten. Es soll dann rückwirkend ab Jahresbeginn gelten.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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