BARMER Zahnatlas 2019 - GKV-Mitglieder zahlen bei Zahnersatz 58 % selbst

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Es ist ein interessantes Werk, das die BARMER Ersatzkasse mit ihrem Zahngesundheitsatlas 2019 vorgelegt hat. Auf der Basis von Daten zur vertragszahnärztlichen Versorgung der etwa 9,4 Millionen Versicherten der BARMER aus dem vorletzten Jahr wurde eine umfassende Auswertung durchgeführt. Als zweitgrößte deutsche Krankenkasse deckt die BARMER etwa 13 Prozent des Versicherten-Bestandes insgesamt ab. Die Daten können daher durchaus als repräsentative Stichprobe gesehen werden.

Sie zeigen deutliche regionale Unterschiede bei der Inanspruchnahme zahnärztlicher Leistungen. Untersucht wurden die Bereiche:

  • Konservierende, chirurgische und Röntgenleistungen

  • Kieferbruch und Kiefergelenkserkrankungen

  • Kieferorthopädie

  • Systematische Behandlung von Parodontopathien

  • Zahnersatz und Zahnkronen.
     

Zahnersatz im Osten günstiger als im Westen

Besonders auffällig waren die Ergebnisse beim Zahnersatz. Hier ist ein deutliches Ost-West-Gefälle festzustellen. Im Bundes-Schnitt liegen die Behandlungskosten für Zahnersatz „pro Fall“ bei 1.524 Euro. In den neuen Bundesländern bewegen sie sich dagegen nur in einer Bandbreite von 1.274 Euro bis 1.379 Euro. Am teuersten sind Zahnersatz-Behandlungen in Niedersachsen (1.877 Euro) und Bayern (1.860 Euro).

Dementsprechend fallen auch die Eigenanteile in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich aus. Im Bundes-Schnitt liegt er bei 57,6 Prozent. Von 1.524 Euro Behandlungskosten sind durchschnittlich knapp 650 Euro selbst zu tragen. In den neuen Bundesländern liegen die Eigenanteile durchweg niedriger, zwischen 47,7 Prozent (Sachsen-Anhalt) und 51,8 Prozent (Berlin). In den alten Bundesländern bewegen sie sich dagegen in einer Bandbreite von 52,9 Prozent (Saarland) bis 66,7 Prozent (Baden-Württemberg).

Insgesamt belegen die hohen Eigenanteile die Sinnhaftigkeit von privaten Zahnzusatzversicherungen. Sie machen sich insbesondere bei Zahnersatz bezahlt. 2017 verfügten rund 16 Mio. Bundesbürger über privaten Zahnzusatzschutz.

Unterschiede zwischen Ost und West bestehen auch bei der Häufigkeit von Zahnarztbesuchen. Hier gilt die Faustregel: in den alten Bundesländern meidet man den Zahnarzt lieber, in den neuen Ländern kennt man weniger Berührungsängste. Am „Zahnarzt-freudigsten“ sind die Sachsen. 77,1 Prozent der Versicherten gingen hier 2017 mindestens einmal im Jahr zum Zahnarzt, beim „Schlusslicht“ Saarland waren es nur 65,2 Prozent.
 

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Es gibt auch Stadt-Land-Unterschiede, wie der Vergleich zwischen Flächenländern und Stadt-Staaten zeigt. In Berlin und Hamburg bekamen 9,0 Prozent bzw. 8,7 Prozent der Versicherten 2017 Zahnersatz, in den Flächenländern Bayern, Rheinland-Pfalz und Saarland lagen die Anteile dagegen nur zwischen 6,4 Prozent und 6,9 Prozent. Im Bundes-Schnitt benötigten 7,4 Prozent der BARMER-Mitglieder 2017 Zahnersatz.

Ein Stadt-Land-Gefälle zeigt sich auch bei anderen Zahnarzt-Leistungen: Kieferorthopädie wird bei unter 20jährigen in Flächenländern weniger beansprucht als in Stadtstaaten. Die Unterschiede werden besonders beim Gebrauch von Zahnschienen deutlich. Sie werden in der Stadt zum Teil mehr als doppelt so häufig eingesetzt wie auf dem Land.
 

Vielschichtige Ursachen

Die Ursachen für diese Unterschiede können nur vermutet werden und sind vielschichtig. Die geringeren Zahnersatzkosten und Eigenanteile in den neuen Ländern hängen wahrscheinlich mit nach wie vor schlechteren wirtschaftlichen Verhältnissen im Vergleich zum Westen zusammen. Bei Zahnersatz beschränkt man sich daher lieber auf Standard-Lösungen und verzichtet auf teure Implantate. Der häufigere Zahnarztbesuch im Osten ist vielleicht noch Folge einer früheren DDR-Praxis.

Die Stadt-Land-Unterschiede lassen sich wohl auf die unterschiedliche Erreichbarkeit von Zahnärzten, andere Lebensgewohnheiten, aber auch auf unterschiedlichen Anpassungsdruck von außen zurückführen.

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