Barmer GEK und Deutsche BKK – Fusion perfekt

Im nächsten Jahr wird sich die Wettbewerbsstruktur im Bereich der gesetzlichen Krankenkassen verändern. Vor wenigen Tagen unterzeichneten die Vorstände der Verwaltungsräte von Barmer GEK und Deutscher BKK den Vereinigungsvertrag, der die Basis der zum 1. Januar 2017 stattfindenden Fusion beider Unternehmen bildet. Damit geht ein Prozess zu Ende, der am 23. Oktober vergangenen Jahres mit dem offiziellen Auftrag, den Zusammenschluss vorzubereiten, begonnen hatte.
 

Aufstieg zum Marktführer

Die Fusion wird die bisher zweitgrößte gesetzliche Krankenkasse aus dem Bereich der Ersatzkassen mit der größten Betriebskrankenkasse in Deutschland zusammenführen. Im Endergebnis wird die größte Krankenversicherung hierzulande entstehen. Die Barmer GEK bringt rund 8,5 Millionen Mitglieder in den Zusammenschluss ein, die Deutsche BKK 1,1 Millionen Versicherte. Mit ca. 9,6 Millionen Mitgliedern wird die „neue Barmer“ dann den bisherigen Marktführer, die Techniker Krankenkasse, um gut 200.000 Versicherte überflügeln und damit von Platz eins verdrängen.
 

Übernahme - auch aus finanziellen Gründen

Es handelt sich nicht unbedingt um einen Zusammenschluss unter gleichen Partnern. Die Übernahme der Deutschen BKK ist wohl auch deren angespannter Finanzlage geschuldet – kein Einzelfall im Bereich der Betriebskrankenkassen. Im ersten Halbjahr hatte das Unternehmen bei Reserven von 2,4 Milliarden Euro ein Defizit von 127 Millionen Euro eingefahren. Vor diesem Hintergrund bemühte man sich dort schon länger um einen stärkeren Partner, was sich als nicht ganz einfach erwies. Aber auch die Barmer GEK schreibt rote Zahlen. Immerhin - nach einem drastischen Restrukturierungsprogramm mit Personalabbau und Filialschließungen soll sich das Defizit in 2015 um 250 Millionen Euro verringert haben. 2014 hatte es noch bei 397 Millionen Euro gelegen.
 

Eine Fusion mit strategischen Vorteilen?

Inwieweit die Fusion zu Synergieeffekten führen wird, muss sich noch zeigen. Zwar gilt im Krankenkassenbereich die Devise „big is beautiful“ als Voraussetzung für Markterfolg, aber erfahrungsgemäß bedeutet die rechtliche Vereinigung nicht schon per se, dass auch betriebswirtschaftlich-organisatorisch eine neue Einheit entsteht. Dennoch - an größere Kürzungen ist wohl erst einmal nicht gedacht. Die bisherigen großen Deutsche BKK-Standorte Wolfsburg, Stuttgart und Düsseldorf sollen in Fachzentren umgewandelt werden und insgesamt ist sogar eher wieder an eine Erweiterung des Geschäftsstellennetzes gedacht. Für die Barmer GEK verheißt der Zusammenschluss den Zugang zum bisher weitgehend verschlossenen betrieblichen Marktsegment und damit interessante Vertriebspotentiale.

Ob sich die Fusion auf längere Sicht auf die Zusatzbeiträge auswirken wird, ist offen. Derzeit erheben beide Kassen einen Satz von 1,1 Prozent und liegen damit genau im Schnitt. Kurzfristig dürfte sich der Zusammenschluss für die Mitglieder kaum auswirken.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
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