Arzttermine – PKV-Patienten deutlich zufriedener als Kassenpatienten

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Die Wartezeiten bei Arztterminen sind einer der wichtigsten Prüfsteine, wenn es um die unterschiedliche Behandlung von Kassenpatienten und PKV-Versicherten geht. Privat Versicherte würden bei der Terminvergabe häufig bevorzugt, lautet ein gängiger Vorwurf. Wer in der GKV versichert ist, müsse dagegen vor allem beim Facharzt länger warten.

Die „Terminpraxis“ ist ein häufiges Argument, um die „Zwei-Klassen-Medizin“ in Deutschland zu beklagen und vermeintliche Ungerechtigkeiten anzuprangern. Doch wie zufrieden sind die Betroffenen tatsächlich mit der Terminvergabe?
 

Im Schnitt eine „Zwei Plus“ für Arzttermine

Auskunft gibt das Patientenbarometer - eine regelmäßig von einem Portal für Online-Arzttermine durchgeführte Befragung zur Ärzte-Zufriedenheit. Dabei wird auch die Einstellung zur Terminvergabe abgefragt. Das Patientenbarometer wird zweimal jährlich erhoben. Jetzt liegen die Untersuchungsergebnisse 1/2018 vor.

Danach zeigt sich die Termin-Zufriedenheit gegenüber der Erhebung vor einem Jahr wenig verändert und bewegt sich insgesamt auf einem hohen Niveau. Auf einer Schulnoten-Skala von 1 bis 6 wurde demnach eine Durchschnitts-Note von 1,82 erreicht - also eine „Zwei Plus“. Allgemein- und Hausärzte schneiden bei Terminvergaben fast genauso ab, hier liegt der Schnitt bei 1,85.

Größere Unterschiede gibt es dagegen bei der Beurteilung von Terminvergaben durch Fachärzte. Besser als im Durchschnitt ist die Zufriedenheit mit Terminen bei Zahnärzten (1,46), Urologen (1,70) und HNO-Ärzten (1,74). Schlechter als im Durchschnitt werden dagegen Terminvergaben durch Gastroenterologen, Orthopäden, Gynäkologen, Augenärzte und Hautärzte bewertet. Augenärzte (2,24) und Hautärzte (2,36) bilden dabei die Schlusslichter und kommen lediglich auf eine „Zwei minus“, auch wenn das Ergebnis immer noch gut ist.
 

Unterschiede zwischen Privat- und Kassenpatienten

Betrachtet man Kassenpatienten und Privatpatienten, sind in der Tat gewisse Unterschiede festzustellen. Während GKV-Versicherte die Terminvergaben mit 1,87 bewerten, sind PKV-Mitglieder mit einer Bewertung von 1,57 deutlich zufriedener. Das mag daran liegen, dass Privatpatienten häufig tatsächlich schneller zum Zuge kommen. Die Bewertung der Kassenpatienten liegt nahe am Gesamtschnitt, was damit zusammenhängt, dass das Gros der Bundesbürger und damit auch der Erhebungs-Stichprobe Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist. GKV-Mitglieder machen das Schwergewicht der Bewertungen aus.

Das Auseinanderklaffen bei den Beurteilungen zeigt sich auch bei den Facharzt-Terminen. Allerdings gibt es hier erhebliche Unterschiede – je nachdem, um welche Fachärzte es sich handelt. Am weitesten gehen die Bewertungen bei Hautärzten auseinander. Hier geben Privatpatienten eine Note von 1,82, Kassenpatienten dagegen lediglich eine Bewertung von 2,55 – das entspricht einer „Drei plus“. Bei Zahnärzten sind die Unterschiede dagegen minimal. GKV-Mitglieder bewerten die Terminvergabe mit 1,47, PKV-Versicherte mit 1,45.
 

Terminservicestellen – Nutzung nur im Promille-Bereich

Insgesamt zeigt das Patientenbarometer, dass nicht von einer generellen Unzufriedenheit von Kassenpatienten mit der Vergabe von Arztterminen gesprochen werden kann. Zwar sind die Bewertungen etwas schlechter als bei Privatpatienten. Dabei kommt es aber vor allem darauf an, um welche „Arzt-Kategorie“ es sich handelt. „Schlechtere Karten“ haben GKV-Mitglieder offenbar bei bestimmten Fachärzten. Typischerweise handelt es sich um solche, bei denen auch Privatpatienten mit der Terminvergabe am wenigsten zufrieden sind.

Für insgesamt recht hohe Zufriedenheit mit Terminvergaben spricht auch, dass die seit 2016 eingerichteten Terminservicestellen der kassenärztlichen Vereinigungen von den Kassenpatienten nicht allzu intensiv genutzt werden. 2016 wurden 160.000 Termine vermittelt, 2017 waren es 190.000. Angesichts rund einer Milliarde Arzt-Patienten-Kontakte im Jahr ist das eine Nutzungs-Intensität im Promille-Bereich.

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Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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