PKV – anhaltende Niedrigzinsen belasten

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Es ist kein Geheimnis, dass die fortdauernde Niedrigzinssituation der Versicherungswirtschaft zu schaffen macht. Das gilt in besonderer Weise für Lebensversicherer, aber auch für die private Krankenversicherung. In der PKV macht sich die Zinssituation vor allem im Zusammenhang mit den Altersrückstellungen bemerkbar. Die ursprüngliche Kalkulation für die Rückstellungsbildung ist inzwischen überholt, weil sich am Kapitalmarkt längst nicht mehr die Renditen erzielen lassen, mit denen einmal gerechnet worden war.

Zwar profitieren viele Versicherer immer noch von höher verzinsten Kapitalanlagen aus der Vergangenheit. Doch die laufen nach und nach aus und müssen durch niedriger rentierliche Neuanlagen ersetzt werden. Mit der finanziellen Lage der privaten Krankenversicherer befasst sich der aktuelle Map-Report - ein regelmäßig erscheinender Bericht, der die Leistungen und die wirtschaftlichen Situation der PKV-Branche beurteilt. In der aktuellen Untersuchung wird die wirtschaftliche Entwicklung der privaten Krankenversicherer näher beleuchtet. Ein besonderer Fokus liegt diesmal auf der Verzinsung der Kapitalanlagen.
 

Nettoverzinsung zuletzt deutlich gesunken

Danach ist im vergangenen Jahr die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen deutlich zurückgegangen - von 3,71 Prozent in 2016 auf 3,46 Prozent in 2017. Die Nettoverzinsung errechnet sich aus den Bruttozinserträgen abzüglich der Aufwendungen bei Kapitalanlagen bezogen auf den durchschnittlichen jährlichen Anlagebestand. Der Rückgang um 0,25 Prozentpunkte ist kein Einmal-Ereignis, sondern fügt sich in einen länger andauernden Prozess ein. Auf Zehn-Jahres-Sicht (Zeitraum: 2008 bis 2017) liegt die Verzinsung noch bei 3,88 Prozent im Schnitt, in der Fünf-Jahres-Perspektive (2013 bis 2017) ist sie auf 3,75 Prozent gesunken, auf drei Jahre gesehen (2015 bis 2017) auf 3,62 Prozent. Die Nettoverzinsung schmilzt im Zeitablauf also kontinuierlich ab.

Der Rückgang der Nettoverzinsung fiel im vergangenen Jahr besonders deutlich aus. Die Zinsdifferenz von 0,25 Prozentpunkten mag auf den ersten Blick überschaubar ersteinen. Bei dem gewaltigen Bestand an Altersrückstellungen in Höhe von schätzungsweise 250 Mrd. Euro macht das aber einen erheblichen Unterschied aus. Ein Viertel Prozent Zinsdifferenz bedeuten hier 625 Mio. Euro weniger Zinserträge aufs Jahr gesehen.
 

Bewertungsreserven haben geholfen - aber nicht auf Dauer

Dabei sind auch die zuletzt erreichten 3,46 Prozent immer noch ein ansehnliches Ergebnis. Wer die aktuellen Zinssätze bei Spar- oder Tagesgeldkonten vergleicht, wird dies bestätigen. Dass die PKV-Anbieter bisher so gut abschneiden konnten, ist auch der Auflösung von Bewertungsreserven zu verdanken. Diese entstehen zum Beispiel durch realisierte Gewinne beim Verkauf von Kapitalanlagen oder durch Wertaufholungen bei zuvor vorgenommenen Abschreibungen. Die laufende Durchschnittsverzinsung der Kapitalanlagen, bei der solche Effekte außen vor bleiben, lag nämlich 2017 nur bei 3,30 Prozent nach 3,51 Prozent im Vorjahr.

Allerdings gab es bei den Bewertungsreserven im letzten Jahr einen deutlichen Rückgang. Ihr Bestand im Verhältnis zum Gesamtbestand an Kapitalanlagen ging von 16,8 Prozent auf 15,5 Prozent zurück. Das hängt damit zusammen, dass die längerfristigen Zinsen infolge der etwas strafferen US-Geldpolitik inzwischen leicht gestiegen sind. Das führt bei festverzinslichen Papieren im Bestand zu Kursverlusten. Diese Wertminderungen reduzieren die Bewertungsreserven automatisch.
 

Keine schnelle Zinswende in Sicht

Die nach wie vor schwierige Zinssituation konnten die Versicherer bislang durch höhere Beitragseinnahmen ausgleichen. Sie stiegen 2017 um 4,8 Prozent auf 39 Mrd. Euro. Kurzfristig ist wohl nicht mit einer nachhaltigen Zinswende zu rechnen. Trotz moderater Zinserhöhungen in den USA hält die EZB nämlich einstweilen an ihrer Null- und Negativzinspolitik fest. Zwar will die Euro-Notenbank ihr Anleihekaufprogramm zum Jahresende definitiv einstellen, aber die Zinsen sollen mindestens bis zur Mitte nächsten Jahres unverändert bleiben, vielleicht auch darüber hinaus.

Hohe Krankenkassenbeiträge:
"Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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