Ärztetag macht Weg für Telemedizin frei

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Als Mitte April in Baden-Württemberg der Telemedizin-Dienst DocDirect an den Start gegangen ist, sorgte das für einige öffentliche Aufmerksamkeit. Handelt es sich doch bei dem Modellversuch um das erste Angebot ausschließlich digitaler Fernbehandlungen in Deutschland. Um DocDirect möglich zu machen, musste eigens die Landesärzteordnung geändert werden. Denn die erlaubte bis dahin Telemedizin nur dann, wenn zuvor auch ein persönlicher Kontakt zum Arzt hergestellt worden war.

DocDirect ist ein Pilotprojekt, das einstweilen ausschließlich GKV-Mitgliedern in den Regionen Stuttgart und Tuttlingen offensteht. Doch es könnte den Einstieg in ein weit umfassenderes Angebot an medizinischen Fernbehandlungen bedeuten. Der gerade zu Ende gegangene 121. Deutsche Ärztetag hat dafür zumindest in rechtlicher Hinsicht den Weg frei gemacht.
 

Telemedizin innerhalb von zwei Jahren flächendeckend möglich

Mit großer Mehrheit haben die Delegierten auf dem Ärztetag eine Änderung der Musterberufsordnung für Ärzte beschlossen, die es künftig erlauben soll, Patienten ausschließlich per Telefon, Videoschaltung und Online-Kommunikation zu behandeln. Ob auch Krankschreibungen oder Rezeptausstellungen auf diesem Weg möglich sein sollen, blieb dabei vorerst offen. Hier müsse ggf. die Politik entscheiden.

Mit der Änderung der Berufsordnung sind noch nicht alle Hürden für Telemedizin-Angebote genommen. Die Musterberufsordnung ist kein unmittelbar geltendes Ärzterecht, sondern gibt den Rahmen für die jeweiligen Landesärzteordnungen vor. Zuerst müssen diese noch – ähnlich wie bereits in Baden-Württemberg geschehen – angepasst werden. Angesichts der großen Zustimmung auf dem Ärztetag dürfte es sich aber eher um ein formales Hindernis handeln. Über kurz oder lang werden die Landesärzteordnungen entsprechend überarbeitet. Es wird mit einem rund zweijährigen Anpassungsprozess gerechnet.
 

Der Gang zum Arzt bleibt der bevorzugte Weg

Allerdings bedeutet die jetzige Öffnung keinen General-Dispens für Fernbehandlungen. Telemedizin als ausschließliche Behandlung soll auf Einzelfälle beschränkt bleiben und nur erfolgen, wenn dies ärztlich vertretbar ist und dabei die erforderliche Sorgfalt angewandt wird. Der Gang zum Arzt mit persönlicher Untersuchung bleibt nach wie vor der „Königsweg“ bei gesundheitlichen Problemen.

Seitens des neuen Bundesgesundheitsministers Jens Spahn wurde die Öffnung der Musterberufsordnung begrüßt. Er kündigte gleichzeitig die Einberufung eines Runden Tisches an. Dort sollen Vertreter der Ärzteschaft und des Deutschen Pflegerates über mögliche praktische Umsetzungen des Ärzte-Beschlusses beraten. Auch von Seiten der Krankenkassen und Patientenvertretern wurde der Beschluss begrüßt.
 

Bessere Versorgung im ländlichen Raum

Hoffnung setzt man bei mehr Telemedizin vor allem auf eine bessere Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Hier besteht ein akutes Problem, weil sich viele niedergelassene Ärzte dem Pensionsalter nähern und der Nachwuchs fehlt. Denn junge Ärzte zieht es heute bevorzugt in die Großstadt. Telemedizin-Angebote könnten helfen, die Auswirkungen des Ärztemangels auf dem Lande zu mildern.

Der Modellversuch DocDirect ist jedenfalls schon mal erfolgreich gestartet. Die Einführung des Dienstes lief reibungslos ohne technische oder organisatorische Probleme. Täglich gibt es nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg rund 20 bis 30 Anrufe. Nicht alle können bedient werden, weil einige Anrufer aus Orten außerhalb von Stuttgart oder Tuttlingen kommen.

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