Das hat sich in 2021 bei der Krankenversicherung geändert!

Zu jedem Jahreswechsel treten viele Änderungen und Neuerungen in Kraft - so auch mit dem Beginn des neuen Jahres 2021. Einige davon betreffen die Krankenversicherung und Leistungen für Versicherte. Hier ein Überblick.
 

Neue Grenzen bei Beitragsbemessung und Versicherungspflicht

Die Beitragsbemessungsgrenze - die Einkommensgrenze für die Beitragserhebung in der gesetzlichen Krankenversicherung - steigt von 56.250 Euro auf 58.050 Euro. Für darüber hinausreichende Einkommensteile fallen keine Krankenkassenbeiträge an. Der Höchstwert auf Monatsbasis beim allgemeinen Beitragssatz von (14,6 Prozent) steigt dadurch von 684,38 auf 706,28 Euro.

Hinzu kommen noch die Zusatzbeiträge. Der amtlich festgelegte durchschnittliche Zusatzbeitragssatz steigt 2021 auf 1,3 Prozent (2020: 1,1 Prozent). Die tatsächlichen Zusatzbeiträge werden allerdings von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich festgelegt. In diesem Jahr machen viele Kassen von Anhebungen Gebrauch - wegen gestiegener Kosten und der Corona-Folgen. Zum Jahresende hatten bereits 22 Anbieter Erhöhungen von bis zu 0,6 Prozent angekündigt. Weitere dürften in den nächsten Monaten folgen.

Legt man den durchschnittlichen Zusatzbeitrag zugrunde, steigt der Höchstbeitrag in der GKV (allgemeiner Beitrag + Zusatzbeitrag) auf 759,49 Euro monatlich. Dieser hat auch in der PKV Bedeutung, zum Beispiel für den zulässigen Höchstbeitrag im Basistarif.

Die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze wirkt sich außerdem bei der sozialen Pflegeversicherung aus. Hier steigen die Höchstbeiträge für Eltern mit Kindern von 142,97 auf 147,54 Euro und für Kinderlose von 154,69 auf 159,64 Euro monatlich.

Von der Beitragsbemessungsgrenze ist die Versicherungspflichtgrenze zu unterscheiden. Das ist die Einkommensgrenze, bis zu der für Arbeitnehmer Versicherungspflicht in der GKV besteht. Sie bildet die Hürde für den PKV-Wechsel. Diese Grenze steigt von 62.550 Euro (5.212,50 Euro) in 2020 auf 64.350 Euro (5.362,50 Euro monatlich) in 2021.

Auch viele Privatversicherte müssen in diesem Jahr nach einer längeren Zeit relativer Stabilität deutliche Beitragserhöhungen verkraften, zum Teil im zweistelligen Prozentbereich. Hier sind ebenfalls Kostensteigerungen und Corona-Folgen verantwortlich, aber auch notwendige Kalkulationsanpassungen. Der geltende gesetzliche Anpassungsmechanismus sorgt dabei immer wieder für Beitragssprünge. Das Bild ist uneinheitlicher als im GKV-Bereich, da für jeden Tarif extra kalkuliert werden muss. Nach Schätzungen des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP) aus dem vergangenen Herbst bewegten sich die Beitragserhöhungen in der PKV zum Jahreswechsel im Schnitt bei 8,1 Prozent.
 

Krankenkassenwechsel wird einfacher

Der Wechsel von einer gesetzlichen Krankenkasse zur anderen ist ab sofort einfacher. Seit dem 1. Januar sind GKV-Mitglieder nur noch 12 Monate statt bisher 18 Monate an ihre bisherige Krankenkasse gebunden. Ergo kann ein halbes Jahr früher gewechselt werden. Dies dürfte den Wettbewerb unter den Krankenkassen fördern.

Eine weitere Erleichterung: die Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung oder der Statuswechsel (Pflichtversicherung -> freiwillige Versicherung) hat keine Auswirkungen auf die Krankenkassenbindung mehr. Bisher begann die Bindungsfrist jeweils erneut zu laufen und der Wechsel war erst nach Ablauf möglich. Jetzt kann er sofort erfolgen.

Bedingung ist: binnen 14 Tagen nach Beschäftigungsaufnahme oder Status-Wechsel muss die Aufnahme bei der neuen Krankenkasse beantragt werden. Eine Information der alten Krankenkasse ist nicht notwendig. Die neue Kasse klärt das.
 

Elektronische Patientenakte startet

Bemühungen für eine Elektronische Patientenakte gibt es in Deutschland seit mindestens 15 Jahren. 2015 schuf das E-Health-Gesetz einen neuen rechtlichen Rahmen dafür, zuletzt ergänzt durch das Patientendatenschutzgesetz. Seit Jahresbeginn ist die elektronische Patientenakte verpflichtend für alle Krankenkassen gestartet - allerdings zunächst im Versuch. 200 Praxen nehmen bundesweit am Test teil. Ab Juli soll sie dann für alle 73 Mio. GKV-Mitglieder nutzbar sein.

Die Vernetzung von Patientendaten soll künftig eine effizientere und zielführendere Behandlung möglich machen. Es gilt das Freiwilligkeits-Prinzip. Mit der ePa-App können Patienten künftig selbst Dokumente hochladen und ihre eigene E-Akte verwalten. Ab 2022 sollen auch Impfausweis, Kinder-Untersuchungsheft, Mutterpass und Zahnbonusheft digital verfügbar sein.

Zahlen "Privatpatienten" wirklich weniger, als Kassenpatienten?

Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze. Erfüllen Sie diese Voraussetzungen nicht, können Sie dennoch Ihren Versicherungsschutz über private "Zusatztarife" aufwerten.

Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung - vorausgesetzt man ist beim richtigen Anbieter.

Tipp: Ob Sie bereits privat versichert sind, oder es noch vorhaben: Vergleichen Sie vor einem Wechsel über 38 Gesellschaften und sparen Sie so "regelmäßig" bis zu mehrere hundert Euro monatlich - kostenlos und unverbindlich!

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