Beschlossen – Versicherungspflicht- und Beitragsbemessungsgrenzen 2018

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    Es dürfte eine der letzten Taten der alten Bundesregierung gewesen sein. In der Kabinettssitzung am 27. September - also drei Tage nach der Bundestagswahl - hat die Regierung die neuen Versicherungspflicht- und Beitragsbemessungsgrenzen für 2018 beschlossen. Ein Routine-Vorgang, der nicht ohne Auswirkungen für manchen Versicherten in GKV und PKV bleiben wird.

    Mit der Versicherungspflichtgrenze wird festgelegt, bis zu welchem Einkommen für Arbeitnehmer eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung besteht. Die Beitragsbemessungsgrenze definiert, bis zu welchem Einkommensbetrag in sozialen Sicherungssystemen einkommensabhängige Beiträge erhoben werden. Einkommen jenseits der Beitragsbemessungsgrenze bleiben beitragsfrei. Beitragsbemessungsgrenzen greifen bei der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, aber auch bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung.
     

    Wie sich die Grenzen erhöhen

    Sowohl die Versicherungspflichtgrenze als auch die Beitragsbemessungsgrenze werden jedes Jahr überprüft und der allgemeinen Einkommensentwicklung angepasst. Da die Einkommen zumindest im Schnitt üblicherweise steigen, bedeutet das fast immer eine Erhöhung der jeweiligen Grenzen. Das gilt auch für das Jahr 2018.

    Die Versicherungspflichtgrenze wird von 57.600 Euro Brutto-Jahreseinkommen in 2017 auf 59.400 Euro angehoben. Das entspricht einem geforderten monatlichen Einkommen von 4.950 Euro statt bisher 4.800 Euro.

    Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung erhöht sich gegenüber 2017 von 52.200 Euro auf 53.100 Euro. Auf den Monat gerechnet entspricht das einer Anhebung von 4.350 Euro auf 4.425 Euro.
     

    Die Latte für den PKV-Wechsel wird höher gelegt

    Die Anhebung der Versicherungspflichtgrenze bedeutet, dass Arbeitnehmer im kommenden Jahr mehr verdienen müssen, um sich für einen Wechsel in die PKV entscheiden zu können. Brutto sind das 150 Euro mehr im Monat. Die Latte für den Abschied aus der GKV wird damit durchaus spürbar höher gelegt. Für Selbständige und Beamte ist diese Grenze nicht relevant, sie können sich unabhängig davon entscheiden, ob sie sich freiwillig gesetzlich oder privat krankenversichern wollen. Da die Pflegeversicherung der Krankenversicherung folgt, gilt die Entscheidung zum Systemwechsel auch dort.

    Und was ist mit Arbeitnehmern, die keine Gehaltserhöhung erhalten haben, in diesem über der Versicherungspflichtgrenze liegen und 2018 darunter? Wer noch GKV-Mitglied ist, wird dies einstweilen weiter bleiben müssen. Die Wechsel-Option ist mit der Anhebung der Grenze erst einmal verbaut. Wenn der Wechsel bereits vollzogen wurde, besteht theoretisch die Pflicht, wieder in das gesetzliche System zurückzukehren, wenn die PKV-Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind. Allerdings gibt es für solche „Grenzfälle“ eine Ausnahmeregelung. Man kann sich von der Versicherungspflicht befreien lassen und dann weiter PKV-versichert bleiben. Das muss aber eigens beantragt werden.
     

    Höhere Beiträge für einige GKV-Mitglieder

    Die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze führt für die Betroffenen automatisch zu einer Erhöhung der Beiträge in der GKV. Bei einem durchschnittlichen Beitragssatz von 15,7 Prozent (14,6 Prozent allgemeiner Beitragssatz + 1,1 Prozent durchschnittlicher Zusatzbeitrag) bedeutet das ein Mehr von bis zu 11,78 Euro im Monat bzw. 141,30 Euro im Jahr. Bei Arbeitnehmern trägt allerdings der Arbeitgeber die Hälfte des allgemeinen Beitrags. Auf Jahressicht sind das bis zu 65,70 Euro. Betroffen sind GKV-Mitglieder, deren Einkommen bisher jenseits der Beitragsbemessungsgrenze gelegen hat und nun nach der Anhebung darunter fallen.

    Hohe Krankenkassenbeiträge:
    "Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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