Telematik-Tarife in der Krankenversicherung - eine Mehrheit ist dafür

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    Die Deutschen sind Telematik-Tarifen in der Krankenversicherung gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen. Das ist die Erkenntnis, die sich aus drei Untersuchungen der HSBA Hamburg School of Business Administration, der Technischen Hochschule Köln und des Marktforschungs-Instituts Yougov Deutschland ableiten lässt.

    Mit den Telematik-Tarifen würde gesundheitsbewusstes Verhalten - zum Beispiel über Prämien oder niedrigere Beiträge - belohnt. Einzelne praktische Versuche und Anwendungen dazu gibt es schon. Notwendig ist dazu eine entsprechende Datenerfassung und -weitergabe, die „angemessenes“ Verhalten entsprechend dokumentiert und nachweist. Hier zeigt man sich deutlich zurückhaltender. Der eigenen Versicherung werden persönliche Gesundheitsdaten nur ungerne mitgeteilt, gegenüber dem eigenen Arzt ist man wesentlich offener.
     

    Generation Y ist besonders aufgeschlossen

    In der HSBA-Studie „Digitales Risikomanagement in den Lebensbereichen Gesundheit, Mobilität und Wohnen Chancen und Herausforderungen für die Versicherungswirtschaft - Die Sicht der Generation Y“ wurden 526 junge Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren - ganz überwiegend Studenten - befragt. 60 Prozent der Befragten zeigten sich dabei offen für verhaltensorientierte Versicherungstarife und wären bereit, für günstigere Tarife auch digitale Daten zur Verfügung zu stellen.

    Bei der Frage, ob digitale Daten auch dazu genutzt werden sollten, Versicherungs-Interessenten mit besonders hohem Risiko vom Versicherungsschutz auszuschließen, gingen die Meinungen dagegen weit auseinander. Alles in allem wurde die Datennutzung zum Versicherungsausschluss begrüßt, wenn damit günstigere Prämien für sich selbst verbunden wären.

    Recht eindeutig war die Meinung zu selbstverschuldeten Risiken. Wer durch Rauchen oder ungesunde Ernährung Krankenversicherungs-Leistungen benötigt, soll dafür auch mehr bezahlen. Dieser Auffassung stimmten rund 70 Prozent der Befragten „voll und ganz“ oder „voll zu“. Wer dagegen unverschuldet krank wird, sollte im Unterschied dazu nicht noch dafür bestraft werden. 60 Prozent der Teilnehmer sprachen sich in diesem Fall gegen höhere Beiträge aus, sogar 70 Prozent waren grundsätzlich gegen einen Versicherungsausschluss.
     

    Die „gerechtesten“ Kriterien für Telematik-Tarife

    Eine ähnliche Haltung zeigte sich auch in der zweiten Studie: „Geschäft oder Gewissen? Die Wahrnehmung und Bewertung von telematikbasierten Versicherungstarifen“ der Technischen Hochschule Köln, in der eine repräsentative Stichprobe von 1.070 Teilnehmern befragt wurde. Hier fanden es sieben Prozent unfair, wenn Versicherte mit genetischen Vorbelastungen mit höheren Beiträgen „bestraft“ werden würden. Nur fünf Prozent sahen das als „gerecht“ an. Hier wurde auch gefragt, welche Kriterien denn für günstigere Tarife am besten geeignet sein sollten. Nachfolgend die Rangliste der Antworten:

    1. Beteiligung an Vorsorgeuntersuchungen (genannt von 69 Prozent);
    2. nicht oder wenig Rauchen (64 Prozent);
    3. Verzicht auf (übermäßigen) Alkoholkonsum (60 Prozent);
    4. gesunde Ernährung (54 Prozent).

    Am Ende der Kriterienskala lagen dagegen die Schlafdauer, das Geschlecht, der Wohnort und die Körpergröße. Diese Punkte fand nur weniger als jeder siebte Befragte für eine Tarifdifferenzierung tauglich.
     

    Daten möglichst nur an den Arzt

    Bei einer Datenweitergabe an die Krankenversicherung waren die Befragten - im deutlichen Unterschied zur Generation Y-Studie - eher skeptisch. 53 Prozent konnten sich das für sich persönlich nur schwer vorstellen. Gründe für die Ablehnung waren Sorgen vor Überwachung und Datenmissbrauch, ein anderer Teil fürchtete - bezogen auf die GKV - eine Gefährdung des Solidarprinzips. Weniger Ängste bestehen dagegen bei der Datenweitergabe an behandelnde Ärzte. Das weist die Yougov-Studie „Internet 4.0: Smart Health & Smart Care“ nach. Danach können sich 82 Prozent der Deutschen vorstellen, in bestimmten Konstellationen dem Arzt Daten elektronisch zur Verfügung zu stellen – vor allem im Zusammenhang mit akuten und chronischen Erkrankungen. Für 80 Prozent bleiben dabei Datenschutz und Datensicherheit besonders wichtig.

    Hohe Krankenkassenbeiträge:
    "Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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