Schnellere Arzttermine für Privatpatienten – Tatsache oder Vorurteil?

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    Lange galt es als ein fast unbestrittenes Faktum, dass Privatpatienten bei Arztterminen schneller zum Zug zu kommen als GKV-Mitglieder. Die Tatsache der besseren Vergütung für Ärzte bei PKV-Versicherten schien für eine Vorzugsbehandlung bei der Terminvergabe zu sprechen. Der Frust vieler Kassenpatienten über lange Wartezeiten - vor allem bei Facharzt-Terminen - war ein Grund für die Einrichtung von Terminservicestellen, die seit Jahresbeginn 2016 einen schnelleren und besseren Zugang zu Terminen ermöglichen sollen.

    Doch stimmt das überhaupt mit der privilegierten Terminvergabe an Privatpatienten? Eine neuere Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) lässt daran Zweifel aufkommen. Zumindest findet die Bevorzugung so generell nicht statt. Die KBV gibt die Befragung jedes Jahr in Auftrag. Diesmal nahmen daran rund 6.000 - repräsentativ ausgewählte - Bundesbürger teil.
     

    Unterschiede bei den Wartezeiten immer geringer

    Zunächst einmal scheinen die Untersuchungsergebnisse vordergründig das gängige „Vorurteil“ zu bestätigen. Tatsächlich liegen PKV-Versicherte bei den kürzeren Wartezeiten etwas vorne. Während 30 Prozent der Privatpatienten bei ihrem letzten Arztbesuch keine Wartezeit für einen Termin in Kauf nehmen mussten, traf diese nur auf 27 Prozent der Kassenpatienten zu. Lediglich 11 Prozent der PKV-Versicherten mussten länger als drei Wochen auf einen Arzttermin warten, während dies für 15 Prozent der Kassenmitglieder galt. Auch bei den Wartezeiten von weniger als drei Wochen schnitten Privatpatienten jeweils etwas günstiger ab.

    Dabei zeigte sich, es gibt zwar bei den Wartezeiten gewisse Unterschiede. Sie sind aber nicht dramatisch. Besonders interessant: die Unterschiede haben sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verringert. So schrumpfte die Differenz bei den Praxisbesuchen ohne Wartezeit von sieben auf drei Prozentpunkte. Auch bei den längeren Wartezeiten von mehr als drei Wochen glichen sich die Verhältnisse an. Der Unterschied verringerte sich hier um zwei Prozentpunkte.
     

    Alle müssen länger warten

    Freuen können sich GKV-Mitglieder trotzdem nicht. Denn insgesamt zeigt die Befragung, dass Patienten - ob GKV- oder PKV-versichert - länger auf einen Termin warten müssen als im Vorjahr. Die Zahl der Arzttermine ohne Wartezeit ist bei beiden Versichertengruppen deutlich rückläufig. Bei den gesetzlich Versicherten sank der Anteil von 31 Prozent auf 27 Prozent, bei Privatpatienten sogar von 38 Prozent auf 30 Prozent.

    Es handelt sich dabei nicht um ein einmaliges Phänomen. Nach Ansicht der KBV sind längere Wartezeiten eine Folge häufigerer Arztbesuche im Zuge des demografischen Wandels. Ältere Menschen benötigen öfter ärztliche Behandlungen als jüngere. Die höhere „Nachfrage“ sorgt dafür, dass die Terminkalender der Arztpraxen immer dichter gefüllt werden und sich die Unterschiede zwischen Kassen- und Privatpatienten bei den Terminvergaben zunehmend nivellieren.
     

    Bei Facharztterminen haben es Privatpatienten besser

    Die „Nase vorn“ haben privat Versicherte dagegen nach wie vor bei Facharzt-Terminen. Hier mussten nur 11 Prozent der Patienten länger als drei Wochen auf einen Termin warten. Bei Kassenmitgliedern waren es 15 Prozent. Der Trend zur Angleichung besteht allerdings auch hier. Im Vorjahr mussten lediglich sieben Prozent der PKV-Versicherten über drei Wochen auf einen Facharzttermin warten. Bei solchen Terminen geht es oft um reine Vorsorgeuntersuchungen ohne akuten Behandlungsbedarf.

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    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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