PKV-Versicherte profitieren schneller von neuen Medikamenten

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    Neue Medikamente am Markt versprechen in der Regel Vorteile gegenüber dem bisherigen Arzneimitteleinsatz: sei es beim Behandlungserfolg, bei der Reduzierung unerwünschter Nebenwirkungen oder - seltener - bei den Kosten. Privatpatienten kommen dabei schneller in den Genuss solcher Innovationen als Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse.

    Das ist ein wichtiges Ergebnis der Studie „ARZNEIMITTELVERSORGUNG DER PRIVATVERSICHERTEN 2017“, die vom WIP - dem Wissenschaftlichen Institut der PKV durchgeführt worden ist. Die Studie vergleicht auch die abweichende Verordnungspraxis bei Medikamenten in der PKV und der GKV - eine Folge unterschiedlicher Regulierungsinstrumente in beiden „Systemen“.
     

    Deutlich mehr Abgaben in der PKV in den ersten beiden Jahren

    Wenn neue Medikamente für Behandlungen zugelassen werden, erreichen sie Privatversicherte im Schnitt deutlich schneller als Kassenpatienten. Das WIP hat zu diesem Zweck die prozentualen Veränderungsraten bei der Abgabe von innovativen Arzneimitteln untersucht. In der PKV steigen die Abgaben neuer Medikamente im ersten Jahr der Markteinführung durchschnittlich um 108,4 Prozent, in der GKV dagegen nur um 81,7 Prozent. Auch im zweiten Jahr zeigt sich dieses Bild. In der PKV werden noch 34,1 Prozent mehr Packungen abgegeben, in der GKV lediglich 10,6 Prozent mehr. Erst ab dem dritten Jahr verhält es sich umgekehrt, hier macht sich dann bei den gesetzlich Versicherten ein „Nachholeffekt“ bemerkbar, der sich auch in der Folge fortsetzt.

    Die „Verzögerung“ in der GKV erklären die WIP-Experten damit, dass viele Ärzte zunächst die Preisverhandlungen bei neuen Medikamenten mit den gesetzlichen Krankenkassen abwarten. Sie könnten erst dann beurteilen, ob der Einsatz der innovativen Arzneimittel auch wirtschaftlich tragfähig sei. In der PKV sind solche Hürden nicht zu beachten. Die privaten Krankenversicherungen tragen daher in den ersten Jahren überproportional zur Umsatzgenerierung bei neuen Medikamenten bei. Die schnellere Verordnung sorgt dafür, dass sich die Innovationen für die Hersteller besser rechnen und der break even - die Gewinnschwelle - früher erreicht wird. Damit wird die PKV zum Innovationstreiber bei neuen Medikamenten, während die GKV-Regularien eher bremsend wirken.
     

    PKV finanziert Innovationen überproportional

    Dies ist auch ein Grund, warum in der PKV die Arzneimittelausgaben stärker steigen als in der GKV. 2015 haben die Kosten für Medikamente pro Privatversichertem um 5,3 Prozent zugenommen, bei GKV-Mitgliedern um 3,8 Prozent. Der Kostenanstieg wird vom WIP zum einen auf die zunehmende Alterung zurückgeführt, die generell zu einem höheren Medikamentenbedarf führe, zum anderen aber auch auf den verstärkten Einsatz von hochpreisigen und innovativen Arzneimitteln, die in der PKV stärker zum Tragen komme als in der GKV. Das erklärt die unterschiedlichen Anstiege bei den Ausgaben.

    Absolut gesehen haben Privatversicherte 2015 874 Mio. Euro mehr für Medikamente ausgegeben als wenn sie gesetzlich versichert gewesen wären. Dieser Mehrumsatz sei eine Finanzierungsquelle für die Hersteller, um weitere Arzneimittel-Innovationen möglich zu machen. Die PKV trage damit überproportional zum medizinischen Fortschritt bei, dessen positive Effekte allen Versicherten - in der PKV wie in der GKV - zugutekämen, stellt das Institut abschließend fest.

    Hohe Krankenkassenbeiträge:
    "Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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