PKV - Werte und Änderungen

    Insgesamt liegt die Anzahl der privaten Krankenvollversicherungen in diesem Jahr bei rund 9 Millionen. Im Bereich der beliebten privaten Zusatzversicherungen können knapp 24 Millionen Policen gezählt werden. Das renommierte Marktforschungsinstitut Allensbach konnte in einer repräsentativen Umfrage zeigen, dass 95 % aller privat Versicherten mit den Gesundheitsleistungen zufrieden sind. Die Beiträge dürften sich in diesem Jahr moderat nach oben entwickeln, wobei die gezahlten Versicherungsleistungen zuletzt auf knapp 24 Mrd. Euro angestiegen sind. Die Altersrückstellungen für die private Pflege- und Krankenversicherung haben mittlerweile die magische Schwelle von 200 Mrd. Euro überschritten. Durch diese Rücklagen soll langfristig gesichert werden, dass die zweifelsohne im Alter steigenden Beiträge nicht explodieren, sondern sich moderat entwickeln. Der übergeordnete Verband der Privaten Krankenversicherung zählt aktuell 42 Mitglieder, wovon 24 Aktiengesellschaften und 18 Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit darstellen.

     

    Wissenswertes zur Versicherungspflichtgrenze 2015

    Unter der so genannten Versicherungspflichtgrenze (auch als Jahresarbeitsentgeltgrenze bezeichnet) ist die konkrete Grenze zu verstehen, bis zu der für Arbeitnehmer eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung besteht. Der Gesetzgeber legt diese Grenze jedes Jahr neu fest, da sich u.a. das Existenzminimum immer ändert. Im Jahr 2015 liegt die Versicherungspflichtgrenze bei einem Bruttoeinkommen von 54.900 Euro (im Jahr 2014 lag sie bei 53.550 Euro). Arbeitnehmer, die diese Jahresgrenze überschreiten, können sich privat krankenversichern. Über dieser Grenze haben Angestellte in der gesetzlichen Krankenversicherung des Status ‚freiwillig versichert‘, sofern sie nicht in die private Krankenversicherung wechseln. Es besteht dann jedenfalls keine so genannte Pflichtversicherung mehr im gesetzlichen Bereich. Der Begriff ‚Versicherungspflichtgrenze‘ ist nicht mit der Beitragsbemessungsgrenze zu verwechseln: Hierbei handelt es sich um Höchstbeträge, die zur Berechnung der Beitragszahlungen in der GKV herangezogen werden. Als Ausnahme in diesem Kontext ist die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) zu beachten, deren Wert für das Jahr 2015 bei 49.500 Euro liegt. Diese tiefere Grenze entspricht der genannten Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung, sie gilt laut Paragraf 6 Absatz 7 SGB V für Personen, die am 31.12.2002 privat voll krankenversichert waren und durch das Überschreiten der an diesem Tag geltenden Grenze schon versicherungsfrei waren.
     

    Wechsel, Versicherungsfreiheit und Statuswechsel

    Durch die Gesundheitsreform aus dem Jahr 2010 sowie die Abschaffung der 3-Jahres-Frist ist der generelle Wechsel in die PKV wieder vereinfacht worden. Das einmalige Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) ist ausreichend, um sich wieder privat krankenversichern zu können. Wird die jeweils geltende Grenze überschritten (2015 sind es monatlich 4575,- Euro brutto), so endet die VersicherungsPFLICHT mit Ablauf des Kalenderjahres. Dies gilt allerdings nur, wenn das Arbeitsentgelt auch im kommenden Jahr die dann geltende Grenze übersteigt. Die Private Krankenversicherung ist somit für alle ‚freiwillig Versicherten‘ offen. Angestellte sind stets an die Jahresarbeitsentgeltgrenze gebunden, wohingegen Selbstständige, Freiberufler, Existenzgründer und Beamte unabhängig von der Höhe des Einkommens in die PKV Wechseln können.
     

    Übersicht: Wer kann sich 2015 privat krankenversichern lassen?

    •  Studenten (günstige Basistarife als Option)
    • Freiberufler, Selbstständige, Existenzgründer unabhängig von der Einkommenshöhe
    • Angestellte und Arbeitnehmer, deren Bruttoeinkommen die geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze von 54.900 Euro übersteigt
    • Beamte und Beamtenanwärter, Richter sowie Angestellte im öffentlichen Dienst

    Für so genannte versicherungsfreie Personen, die die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreiten, besteht die Wahl zwischen dem freiwilligen Verbleib in der GKV (die zu zahlenden Beiträge richten sich an der aktuellen Bemessungsgrenze) oder aber der Wechsel in die private Krankenversicherung. Das Gesetz sieht vor, dass die Krankenkasse den Versicherten über diesen Statuswechsel informieren muss. Es bedarf in diesem Kontext keiner gesonderten Kündigung der GKV, es muss lediglich binnen 2 Wochen eine Austritterklärung gemäß Paragraf 190 Absatz 3 SBG V abgegeben werden, ansonsten setzt sich die Mitgliedschaft in der jeweiligen gesetzlichen Krankenkasse als ‚freiwillig‘ fort. Die hierfür zu zahlenden Kosten jenseits von 500 Euro monatlich zeigen, dass eine private Krankenversicherung in dieser Situation sehr oft die günstigere Lösung sein kann, ganz zu schweigen von der besseren Gesundheitsversorgung. Natürlich kann auch zu einem späteren Zeitpunkt von der freiwilligen gesetzlichen Krankversicherung in die PKV gewechselt werden, allerdings ist dann eine Kündigungsfrist von 2 Monaten einzuhalten. Im Umkehrschluss heißt das dann natürlich mit Blick auf die Versicherungspflicht auch, dass Angestellte und Arbeitnehmer, die die Einkommensgrenze wieder unterschreiten, sich wieder gesetzlich versichern müssen. Für Studenten ist die private Krankenversicherung oftmals eine sehr attraktive Lösung, da die Beiträge in jungen Jahren bei guter Gesundheit nicht sehr hoch sind. Auf jeden Fall sollte diese Option erwogen werden, zumal ja auch zu einem späteren Zeitpunkt weitere Handlungsspielräume entstehen. Und mit einem Studium in der Tasche lässt sich die jeweils geltende Einkommensgrenze in vielen Fällen überschreiten.
     

    Spätere Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung?

    Abgesehen vom oben geschilderten Fall kann eine Rückkehr für privat Versicherte in die GKV schwierig werden. Dies gilt insbesondere für Personen, die das 55. Lebensjahr vollendet haben. Als Grundtendenz kann ganz klar festgehalten werden, dass mit zunehmendem Alter der Wechsel zurück in die GKV schwieriger wird, viele gesetzliche Krankenversicherungen nehmen ältere Personen nicht mehr auf. Hier zeigt sich erneut, dass es sich bei der Wahl der Krankenversicherung um eine grundsätzliche Entscheidung handelt. Zudem ist zu bedenken, dass mitunter hohe Kosten durch einen solchen Wechseln entstehen, denn die zu leistenden Beiträge für die Altersrückstellung können ganz oder zu großen Teilen verloren gehen. Daher ist es immer besser, den vorhandenen Tarif zu überprüfen und ggf. an die aktuelle Lebenssituation anzupassen. Möglich ist es ganz grundsätzlich auch, bei der gesetzlichen Krankenkasse einen Antrag auf die Befreiung von der Versicherungspflicht zu stellen. Details dazu regelt Paragraf 8 des SBG V. Für Selbstständige und Freiberufler macht die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung oft wenig Sinn, da die Beiträge hier nicht günstiger sind. Ein solcher Wechsel kann höchstens Sinn machen, wenn die Beiträge in der privaten Versicherung aufgrund von schweren Erkrankungen steigen. Aber auch in einem solchen Fall bietet sich immer noch die Chance, den privaten Tarif anzupassen. Zu bedenken ist bei der Entscheidung für oder gegen die private Krankenversicherung noch, dass so etwas wie die gesetzliche Familienversicherung nicht existiert. Somit wird für jeden Versicherten (auch für Kinder) ein individueller Vertrag fällig. Gerade Existenzgründer sollten diese Kosten bedenken und langfristig mit einkalkulieren.
     

    PKV im Jahr 2015:
    Alle wichtigen Informationen kompakt zusammengefasst

    • 2015 gibt es ca. 9 Millionen privat voll Krankenversicherte
    • 95 % aller privat Versicherten sind mit den Gesundheitsleistungen zufrieden
    • knapp 24 Millionen private Zusatzversicherungen verbessern die medizinische Versorgung in diesem Jahr
    • die Altersrückstellungen für eine moderate Beitragsentwicklung haben 2015 die Grenze von 200 Mrd. Euro überschritten
    • die Beiträge zur PKV entwickeln sich 2015 moderat nach oben
    • durch die Wahl eines individuellen Tarifes können die Kosten angepasst werden
    • Beamte und Selbstständige haben unabhängig vom Einkommen die Möglichkeit der privaten Krankenversicherung
    • Zulassungsvoraussetzung: für Arbeitnehmer oder Angestellte muss die Jahresarbeitsentgeltgrenze 2015 von 54.900 Euro brutto jährlich (= 4575 Euro monatlich) überschritten werden
    • über der Grenze entsteht eine Versicherungsfreiheit, in der gesetzlichen Krankenversicherung gilt dann der Status ‚freiwillig versichert‘

    Titelbild: DOC RABE Media - Fotolia

    Hohe Krankenkassenbeiträge:
    "Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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