PKV: für einen stetigeren Beitragsverlauf

    © v.poth - fotolia.com

    Für zahlreiche PKV-Versicherte war es ein Schock, als sie zum Jahreswechsel 2016/17 eine Mitteilung von ihrer Krankenversicherung über höhere Beiträge erhielten. Für viele Versicherungsnehmer bewegten sie sich im zweistelligen Prozentbereich. Im Schnitt lag die Beitragsanhebung bei rund sechs Prozent. Gerade für ältere Versicherte bedeutet das eine erheblich finanzielle Zusatzbelastung.

    Die Beitragsanpassung folgte auf eine längere Phase relativer Beitragsstabilität. Vergleicht man die Entwicklung der Beitragsbelastung in PKV und GKV über die letzten zehn Jahre, so stiegen die GKV-Beiträge mit durchschnittlich 3,2 Prozent pro Jahr sogar etwas stärker als in der PKV, wo der Anstieg nur drei Prozent betrug.
     

    Beiträge in GKV und PKV - der wesentliche Unterschied

    Der wesentliche Unterschied bei beiden Krankenversicherungssystemen liegt in der Beitragsbemessung. In der GKV orientieren sich die Beiträge vor allem an dem Einkommen der Mitglieder. Mit steigendem Einkommen erhöht sich auch der Beitrag bei gleichbleibendem Beitragssatz bis zur Beitragsbemessungsgrenze automatisch. Der Zusatzbeitrag als weitere Beitragskomponente wird außer durch das Einkommen auch durch die wirtschaftliche Lage der jeweiligen Krankenkasse bestimmt.

    In der PKV werden die Beiträge dagegen nach dem sogenannten Äquivalenzprinzip kalkuliert: die Beitragseinnahmen sollen so bemessen sein, dass die Leistungen der Krankenversicherung finanziert werden können und angemessene Erträge erwirtschaftet werden. Wenn die Leistungsausgaben steigen, was aufgrund der Entwicklung der Gesundheitsausgaben der Fall ist, müssen auch die Beiträge nach oben angepasst werden.
     

    Warum es in der PKV zu Beitragserhöhungen kommt

    Eine gesetzliche Regelung sorgt allerdings bisher dafür, dass diese Beitragsanpassung nicht stetig entsprechend der Ausgabenentwicklung erfolgt, sondern „ruckartig“. Veränderungen der Beiträge dürfen nämlich erst dann vorgenommen werden, wenn bestimmte Schwellenwerte überschritten werden. Man spricht dann auch von auslösenden Faktoren, die eine Beitragsanpassung begründen. Das sind:

    • eine mehr als zehnprozentige Abweichung der Kosten der Krankenversicherung von der ursprünglichen Kalkulation;
    • eine mehr als fünfprozentige Änderung der Sterbewahrscheinlichkeit.

    Wenn in einem Jahr keiner dieser Schwellenwerte überschritten werden, bleibt der Beitrag unverändert. Stattgefundene Veränderungen werden aber in den Folgejahren mitgezählt. Irgendwann summieren sich die Änderungen dann so auf, dass doch ein auslösender Faktor erreicht wird. Dann findet die Beitragsanpassung aufgrund einer neuen Kalkulation statt, die alle bisher eingetretenen Veränderungen berücksichtigt. Aufgrund des vorherigen „Anpassungsstaus“ fällt die Beitragserhöhung unter Umständen drastisch aus, was dann bei den Versicherten zu negativen Überraschungen führt.
     

    Im vergangen Jahr kamen gleich mehrere Einflüsse zusammen:

    • die PKV-Beiträge hatten sich seit 2012 nur wenig verändert, erst zum Jahreswechsel 2015/16 was es zu einer ersten Anpassungswelle gekommen;
    • die Gesundheitsausgaben sind dagegen ebenso wie die Lebenserwartung im Zeitablauf stetig gestiegen;
    • die anhaltende Niedrigzinssituation machte sich in der PKV zunehmend belastend bemerkbar, weil die Kalkulation bei Altersrückstellungen und Kapitalanlagen immer weniger aufgeht.
       

    Für eine neue gesetzliche Regelung nach der Bundestagswahl

    Die gesetzliche Anpassungsregelung für PKV-Beiträge ist eigentlich zum Schutz der Versicherten gedacht. Sie soll PKV-Anbieter daran hindern, Beiträge willkürlich und alleine unter Ertragsgesichtspunkten nach oben zu schrauben. Angesichts des Beitragsschocks wird aber über Veränderungen nachgedacht.

    Der PKV-Verband wie auch einige Versicherungen fordern eine neue gesetzliche Regelung, die stetigere Beitragsanpassungen ermöglicht. Sie werden dabei von der Deutschen Aktuarvereinigung, einem Zusammenschluss versicherungsmathematischer Sachverständiger, unterstützt. In der nächsten Legislaturperiode will die PKV-Branche einen entsprechenden Gesetzesvorschlag in die politische Diskussion einbringen.

    Hohe Krankenkassenbeiträge:
    "Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

    Tipp: Ob Sie bereits privat versichert sind, oder es noch vorhaben: Vergleichen Sie über 38 Gesellschaften und sparen Sie viel Geld - kostenlos und unverbindlich!

    Weiter zum kostenlosen PKV-Vergleich >>>