PKV – differenzierte Entwicklung in der Krankenvollversicherung

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    Die Krankenvollversicherung ist nach wie vor die tragende PKV-Säule. Zwar gibt es rein zahlenmäßig deutlich mehr Krankenzusatzversicherungen, doch das Gros der Einnahmen entfällt auf Verträge mit Vollversicherungsschutz. Allerdings schmilzt hier der Bestand seit einigen Jahren ausgehend von einem hohen Niveau kontinuierlich, während die Zusatzversicherungssparte dynamisch wächst. Dabei gibt es durchaus Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern, die sich auch im vergangenen Jahr gezeigt haben.

    Insgesamt sank der Bestand an Krankenvollversicherungen nach vorläufigen Schätzungen auf 8,77 Mio. Verträge. 2015 hatte der Bestand noch 8,787 Mio. Verträge betragen, 2014 waren es 8,834 Mio. Verträge gewesen. Damit setzte sich auch 2016 ein seit mehreren Jahren zu beobachtender Abwärtstrend fort, der allerdings von Jahr zu Jahr etwas geringer ausfällt. 2016 gab es insgesamt 17.300 weniger Krankenvollversicherte als im Vorjahr. Nach Angaben des PKV-Verbandes soll es in der zweiten Jahreshälfte 2016 sogar eine Trendumkehr gegeben haben.
     

    Die Ursachen für das langsame Abschmelzen

    Die Gründe für dieses Abschmelzen sind vielschichtig. Von PKV-Seite wird gern eine „technische Ursache“ als Begründung angeführt: aufgrund der anhaltend guten Beschäftigungssituation fänden viele privat versicherte Selbständige wieder eine angestellte Beschäftigung und müssten in die GKV wechseln, weil ihr Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liege. Ob das der einzige Grund ist, sei dahin gestellt. Auch der demografische Wandel und die Unsicherheit über die Zukunft der PKV - Stichwort: Bürgerversicherung - mögen eine Rolle spielen.

    Betrachtet man die Entwicklung innerhalb der PKV-Branche, sieht man ein höchst unterschiedliches Bild, was die Entwicklung der Krankenvollversicherung betrifft. Dabei gibt es Gewinner und Verlierer. Das zeigen vorab veröffentlichte Zahlen des Map-Reports „Bilanzanalyse Private Krankenversicherung 2016“, der voraussichtlich im Herbst erscheinen wird. Von 32 untersuchten Krankenversicherern konnten immerhin 13 die Zahl der Vollversicherten steigern.
     

    Gewinner und Verlierer im Überblick

    Spitzenreiter ist dabei die marktführende DEBEKA Krankenversicherung, die um 32.960 Vollversicherte zulegen konnte. Damit setzt sich das Wachstum der beiden Vorjahre in gleicher Größenordnung fort, was der DEBEKA eine noch stärkere Marktposition als ohnehin schon verleiht. Auf Platz 2 folgt die Continentale Krankenversicherung mit 19.274 mehr Versicherten. Hier ist allerdings ein Sondereffekt durch die Fusion mit der Mannheimer Krankenversicherung zu berücksichtigen. Ebenfalls ein gutes Plus verzeichneten die Hanse-Merkur (+ 7.441), die HUK-Coburg (+ 4.568) und die Signal (+ 3.660). Insgesamt legten die fünf größten Gewinner um 67.903 Vollverträge zu.

    Am anderen Ende der Skala steht die DKV Deutsche Krankenversicherung mit einem Minus von 18.899 Vollversicherten. Weitere „Schlusslichter“ sind die Central Krankenversicherung (- 11.531), die Allianz Private Krankenversicherung (- 9.620), die Bayerischen Beamtenkrankenkasse (-6.750) und die Gothaer Krankenversicherung (-3.894). Insgesamt macht das einen Verlust von 50.694 Vollverträgen aus. Die folgende Übersicht weist die Veränderungen im Einzelnen nochmals aus.
     

    Verschiebungen innerhalb der PKV-Branche

    Es ist bemerkenswert, dass die Zuwächse und Abgänge bei der Krankenvollversicherung bei einzelnen Anbietern größer sind als die Bewegungen in der Branche insgesamt. Das deutet auf einen intensiven und funktionierenden Wettbewerb unter den Versicherungen hin. Es ist also durchaus möglich, im Bereich der Krankenvollversicherung noch Marktanteile zu gewinnen oder auch zu verlieren. Attraktive Tarife, guter Service und ein hohes Leistungsniveau dürften dabei entscheidende Erfolgsfaktoren sein.

    Hohe Krankenkassenbeiträge:
    "Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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