Studie: PKV genießt deutlich höheres Ansehen als GKV
Hinweis: Der folgende Artikel ist eine Veröffentlichung aus “PKV-Publik - Informationen des Verbandes der privaten Krankenversicherung e.V. “ vom 15.12.2008.
Eine gemeinsame Studie der Gothaer Krankenversicherung und des F.A.Z.-Instituts zeigt, dass die private Krankenversicherung sowohl bei privat- als auch bei gesetzlich Krankenversicherten ein außerordentlich hohes Ansehen genießt. Während die Mehrheit der PKV-Versicherten mit den Leistungen ihrer Kostenträger zufrieden ist, klafft bei vielen GKV-Versicherten eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Alle Versicherten erwarten von ihrer jeweiligen Krankenversicherung vor allem ein hohes Leistungsniveau sowie gute Qualität und Service.
Für die Studie wurden vom Marktforschungsinstitut Forsa 1.000 Krankenversicherte im Alter von 18 bis 65 Jahren nach ihren Ansichten über die PKV befragt. Dabei wurden sowohl gesetzlich als auch privat Krankenversicherte interviewt.
PKV rechtfertigt Vertrauensvorschuss
Über 80 Prozent der Privatversicherten sind der Ansicht, dass die PKV ein höheres medizinisches Qualitätsniveau bietet als die GKV. Und mit 73 Prozent stimmen fast drei Viertel dieser Befragten der Aussage zu, die PKV biete bessere Leistungen, die nicht durch die Politik eingeschränkt werden können. Bemerkenswert ist, dass auch die GKV-Versicherten ähnlich positive Ansichten gegenüber der PKV vertreten. Die Zustimmung zu den beiden genannten Aussagen liegt in dieser Gruppe bei 72 beziehungsweise bei 64 Prozent. Dieser große Vertrauensvorschuss in die PKV ist gerechtfertigt. Dies belegen die Antworten der Privatversicherten auf die Frage, warum sie bei ihrem aktuellen Versicherungsunternehmen bleiben wollen. So sind 66 Prozent der Befragten mit dem Service ihrer Versicherung hochzufrieden. Mit den Leistungen sind 63 Prozent und mit dem Beitragsniveau 58 Prozent sehr zufrieden.
Bei den GKV-Versicherten ergibt sich ein anderes Bild: Der Hauptgrund für einen potentiellen Wechsel in eine private Krankenversicherung ist der Wunsch nach einer höheren Qualität der medizinischen Versorgung (69 Prozent). Zwei Drittel wünschen sich einen besseren Service in der ärztlichen Behandlung wie etwa kürzere Wartezeiten und 59 Prozent äußern den Wunsch nach einem umfangreicheren Leistungs- und Tarifangebot.
Anspruch und Wirklichkeit
Gefragt wurden beide Versichertengruppen zudem, welche generellen Ansprüche sie an die Leistungen ihrer jeweiligen Krankenversicherung stellen und wie zufrieden sie mit den tatsächlich erbrachten Leistungen sind. Bei den grundsätzlichen Ansprüchen sind PKV- und GKV-Versicherte in den meisten Fällen sehr nah beieinander. So wünschen sich alle befragten Personen an erster Stelle umfangreiche Vorsorgemaßnahmen von ihrer Krankenversicherung, gefolgt von einer überwiegenden Kostenübernahme bei Zahnbehandlungen und Zahnersatz beziehungsweise einer guten ambulanten Versorgung.
Bei der Zufriedenheit mit den entsprechenden Leistungen gibt es jedoch zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den beiden Versichertengruppen. So sind 76 Prozent der Privatversicherten sehr zufrieden mit den Leistungen im ambulanten Bereich. Bei den GKV-Versicherten sind es nur 63 Prozent. Ähnlich verhält es sich mit den Vorsorgemaßnahmen. Hier sind 69 Prozent der PKV-Versicherten aber nur 59 Prozent der gesetzlich Versicherten sehr zufrieden. Die größte Diskrepanz gibt es beim Thema Zahnersatz. Hier liegt die Zufriedenheit in der PKV bei 73, in der GKV nur bei 32 Prozent. Eher geringe Zufriedenheitswerte gibt es unter den Privatversicherten nur bei Leistungen für Sehhilfen (49 Prozent) und im Bereich Heilpraktiker und Naturheilverfahren (38 Prozent).
Vor diesem Hintergrund überrascht es kaum, dass es die Mehrheit der Befragten befürworten würde, wenn die PKV grundsätzlich für alle Bürger geöffnet werden würde. Von den Privatversicherten würden einen solchen Schritt 73 Prozent begrüßen, von den gesetzlich Versicherten 70 Prozent. Durch die jüngste Gesundheitsreform rückt dieses Anliegen allerdings in weite Ferne. Durch das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz ist der Wechsel von der GKV in die PKV weiter erschwert worden.
Quelle: Verband der privaten Krankenversicherung e.V.


