ottonova - die erste rein digitale private Krankenversicherung

    Screenshot "ottonova.de"

    Bisher kennt man „Fintechs“- innovative Startups, die digitale Technologie mit Finanzdienstleistungen verbinden - vor allem in den Bereichen Kapitalanlage, Zahlungsverkehr und Kreditvermittlung, also „klassischen“ Geschäftsfeldern von Banken. Im Versicherungsbereich, insbesondere bei Krankenversicherungen, war das Angebot eher überschaubar. Die Komplexität von Versicherungsprodukten erschwerte den Einstieg. Doch jetzt wagt sich das erste Fintech auch an die private Krankenversicherung. Vor wenigen Tagen ist mit ottonova der erste rein digitale PKV-Anbieter mit seinem Auftritt www.ottonova.de an den Start gegangen.

    Der Name des jungen Unternehmens ist dabei sozusagen auch Programm. Vor 134 Jahren, am 21. Juni 1883, führte Kanzler Otto von Bismarck in Deutschland die (gesetzliche) Krankenversicherung ein. Exakt und bewusst an diesem Tag hat ottonova - „der neue Otto“ - seinen Marktauftritt gestartet. Diesem Anfang gingen lange Vorbereitungsarbeiten voraus, ebenso intensive Diskussionen mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin. Die Hürden für die Gründung einer neuen Krankenversicherung sind hoch, der letzte Auftritt eines PKV-Neuanbieters ist Jahrzehnte her.
     

    Am Schluss beteiligt sich noch die Debeka

    Die BaFin verlangt u.a. eine ausreichende Kapitalausstattung. Mindestens für drei Jahre muss eine entsprechende finanzielle Basis gewährleistet sein. Die ottonova-Gründer konnten dafür insgesamt 40 Millionen Euro an Startkapital einsammeln. Das Geld stammt überwiegend von externen Investoren. Es handelt sich um bekannte Venture-Finanzierer, die sich auch schon bei anderen erfolgreichen Startups wie Zalando oder Flixbus engagiert haben. Ein kleinerer Anteil stammt von den Gründern selbst. Zum Schluss sprang noch die Debeka mit 10 Millionen Euro bei. Die Beteiligung eines marktführenden PKV-Anbieters ist besonders bemerkenswert und wohl auch ein Zeichen dafür, dass man rechtzeitig „den Fuß in die digitale Tür bekommen“ will.
     

    Für junge, gut verdienende Digital Natives

    Bisher ist das Angebot von ottonova äußerst schlank und unterscheidet sich gravierend vom „Tarifdschungel“, der sonst am PKV-Markt anzutreffen ist. Das Angebot richtet sich zunächst ausschließlich an Interessenten, die eine private Krankenvollversicherung abschließen wollen. Beamte sind dabei allerdings erst einmal außen vor. Es gibt keinen speziellen Beihilfetarif. Angesprochen sind vor allem gut verdienende junge Selbständige und Angestellte (jenseits der Versicherungspflichtgrenze). Der Internet-Auftritt wie das Wording – es wird konsequent „geduzt“ - zielt auf die Digital Natives der Millenniums-Generation. Eine kleine, aber vielversprechende Zielgruppe. Dabei soll es allerdings nicht bleiben. Angebote für Beamte und Krankenzusatzversicherungen sollen die nächsten Ausbauschritte sein.
     

    Zwei Tarife zur Auswahl

    Doch das ist erst einmal Zukunftsmusik. Derzeit haben die ottonova-Kunden die Wahl zwischen exakt zwei Tarifen - und mehr sollen es in der „normalen“ Krankenvollversicherung auch nicht werden:

    • dem Business Class Tarif und
    • dem First Class Tarif.

    Leistungs-Unterschiede bestehen hier bei der Unterbringung im Krankenhaus (Anspruch auf Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer), der Erstattung von Zahnarztkosten (90 Prozent- oder 80-Prozent-Erstattung) und der freien Arztwahl (direkt zum Facharzt oder Primärarztprinzip). Für beide Tarife werden wahlweise zwei Selbstbeteiligungsvarianten mit 10 Prozent (max. 500 Euro pro Jahr) oder 25 Prozent (max. 1250 Euro pro Jahr) Selbstbehalt angeboten. Für einen 30-jährigen angestellten Versicherten kostet der Business Class Tarif bei 10 Prozent-Selbstbeteiligung 452,73 Euro im Monat, der First Class Tarif 494,60 Euro.
     

    Konsequente Digitalisierung aller Prozesse

    Die Gründer erhoffen sich durch die konsequente Digitalisierung aller Prozesse signifikante Kosteneinsparungen. Auch verzichtet man auf den Versicherungsvertrieb über Makler, was Provisionen spart, allerdings auch Vertriebspotentiale einschränkt. Angepeilt sind 12.000 Kunden in den ersten drei Jahren - ein eher bescheidenes Ziel. Damit wird ottonova erst einmal eher „unter ferner liefen“ am Markt wahrgenommen werden - ein spezielles Angebot zur privaten Krankenversicherung für die digitale Generation. Deren Bedürfnissen kommen die hohe Transparenz, die Einfachheit der Angebote und die bequeme Abwicklung besonders entgegen. Ob sich das Geschäftsmodell auf Dauer trägt, wird sich erst noch zeigen müssen.

    Hohe Krankenkassenbeiträge:
    "Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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