12,6 Mrd. Euro mehr Ausgaben für privat Versicherte

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    Bereits zum zwölften Mal hat das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) eine Untersuchung vorgelegt, in der die Leistungsausgaben der privaten Krankenversicherer mit denen der GKV verglichen werden. Die WIP-Analyse ist im Mai erschienen und bezieht sich mit ihren Zahlen auf das Jahr 2015. Hier die wesentlichen Ergebnisse im Überblick.

    Insgesamt haben PKV-Versicherte im vorletzten Jahr 33,4 Milliarden Euro an Umsätzen im Gesundheitssystem generiert. Bei einer GKV-Mitgliedschaft der Privat-Patienten wären dies nur 20,8 Milliarden Euro gewesen. Die Differenz in Höhe von 12,6 Milliarden Euro kann als eine Art Subvention der PKV für das Gesundheitswesen gesehen werden. Die Schere zwischen „gesetzlich“ und „privat“ ist dabei 2015 auseinander gegangen, denn der Unterschiedsbetrag ist im Vergleich zu 2014 um 180 Millionen Euro größer geworden. Die Ursache für die Differenz ist laut PKV-Verband darin zu sehen, dass es bei den gesetzlichen Krankenkassen vielfach Grenzen und Steuerungsmaßnahmen gibt, wenn es um medizinische Leistungen geht. Die PKV kennt solche Beschränkungen nicht.
     

    Ärzte und Zahnärzte haben am meisten profitiert

    Schaut man sich an, wohin die 12,6 Milliarden Euro Mehrumsatz geflossen sind, gibt es einen eindeutigen Nutznießer: die ambulante ärztliche Versorgung. Mit 6,1 Milliarden Euro kam ihr fast die Hälfte der Mehrausgaben zugute. Jede ambulante Arztpraxis in Deutschland hat dadurch im Schnitt 2015 50.200 Euro mehr durch die Tatsache verdient, das Patienten privat krankenversichert waren. Dies zeigt sich auch in der Einnahmenstruktur der Arztpraxen. Obwohl nur 11 Prozent der Bevölkerung PKV-Versicherte sind, erreichen die „Privateinnahmen“ der Praxen einen Anteil von 23,5 Prozent. Umgekehrt stehen GKV Mitglieder mit einem Bevölkerungsanteil von 89 Prozent nur für 76,5 Prozent der Gesamteinnahmen.

    Zweiter großer Nutznießer der PKV-Leistungen sind die Zahnärzte. Sie erhielten vom Mehrumsatz 3,1 Milliarden Euro oder ein knappes Viertel. Jede Zahnarztpraxis hat durchschnittlich 61.900 Euro mehr durch Privatpatienten verdient. Vom verbleibenden Rest der 12,6 Mrd. Euro flossen eine knappe Milliarde Euro an Heilmittelerbringer und rund 900 Millionen Euro an Anbieter von Arznei- und Verbandsmitteln.
     

    Gesundheitsausgaben der Privaten weniger stark gestiegen

    Trotz dieser beachtlichen Differenz bei den Gesundheitsleistungen war der Ausgabenanstieg der PKV 2015 im Vergleich zu 2014 mit 3,3 Prozent geringer als in der GKV (3,9 Prozent). Auch hier zeigt sich eine differenzierte Entwicklung. Bei ambulanten Arztpraxen, Zahnärzten und bei den Heilmitteln war der Anstieg deutlich geringer als in GKV. Bei Hilfsmitteln und Verbandsmitteln verhielt es sich dagegen genau umgekehrt.

    Insgesamt bedeuten die Mehrausgaben der privaten Krankenversicherer im Vergleich zu den gesetzlichen Krankenkassen eine wichtige „Finanzspritze“ für das Gesundheitssystem. Dadurch können medizinische Infrastruktur-Investitionen, mehr Personal und zusätzliche Forschungen ermöglicht werden, die sonst nicht darstellbar wären, resümiert die WIP-Studie.

    Hohe Krankenkassenbeiträge:
    "Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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