Welche Gesundheitsfragen muss man bei Beantragung einer privaten Krankenversicherung beantworten?

Schon die geringste gesundheitliche Vorbelastung kann in der PKV zum Beitragszuschlag führen. Man sollte daher die Tarife mehrerer Anbieter vergleichen.


Bevor Sie in die private Krankenversicherung wechseln, müssen Sie bereits bei Stellung eines Antrages ausführliche Angaben zu ihrem Gesundheitszustand machen. Denn anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung kann in der privaten Krankenversicherung über die Annahme oder Ablehnung ihres Antrages frei entschieden werden (Ausnahme gilt hier nur für den Basistarif). Zwar stellt nicht jede beliebe Vorerkrankung den Versicherungsschutz in Frage, dennoch können gewisse gesundheitliche Vorbelastungen gut und schnell zu Risikozuschlägen (Beitragserhöhungen), Ablehnungen oder Ausschlüssen führen. Auch das vorsätzliche Verschweigen von irgendwelchen Erkrankungen bringt wenig – aufgrund der dichten Verflechtung des Gesundheitssystemes würde dies früher oder später mit hoher Wahrscheinlichkeit auffallen.

Sie sollten daher schon vor Beantragung einer privaten Krankenvollversicherung oder Krankenzusatzversicherung in Ruhe Ihre individuelle Krankheitsgeschichte zurückrecherchieren und sich markante Einzelheiten notieren. Damit Sie sich hierauf schon einmal vorbereiten können, haben wir hier die gängigsten Fragen aufgeführt. Beachten Sie, dass diese Auflistung nur ein Beispiel dessen ist, was für Fragen gestellt werden können. Die Fragen weichen daher in Form und Inhalt von den tatsächlich gestellten Fragen ab.

Gefragt werden kann für einen Vollversicherungstarif unter anderem, ob

- ein Antrag oder Vertrag von einer privaten Krankenversicherung bereits abgelehnt, beendet oder gekündigt wurde
- jemals eine HIV-Infektion vorlag
- Arbeitsunfähigkeit besteht
- zurzeit Beschwerden, Krankheiten oder dauerhafte Gesundheitsstörungen bestehen
- innerhalb der letzten 10 Jahre eine ambulante oder stationäre Untersuchung, Beratung, Behandlung oder Operation erfolgte (wichtig: auch Kontrolluntersuchungen müssen angegeben werden!) oder Krankenhausaufenthalte erfolgten
- innerhalb der letzten 10 Jahre gesundheitliche Beschwerden, Krankheiten, Krankheits- oder Unfallfolgen bestanden
- innerhalb der letzten 10 Jahren oder aktuell Medikamente, Beruhigungsmittel oder Drogen eingenommen wurden
- Behandlungen, Untersuchungen oder Operationen vorgesehen oder ärztlich angeraten wurden
- innherhalb der letzten 10 Jahre ein psychotherapeutische Behandlung oder Suchtbehandlung angeraten oder durchgeführt wurde
- innerhalb der letzten 10 Jahre eine Krebserkrankung vorlag oder aktuell vorliegt
- körperliche Gebrechen, Behinderungen, Organfehler, Sterilität oder Wehrdienstbeschädigung vorliegen


Wenn Sie auch nur eine Frage bejahen müssen Sie in der Regel genauere Angaben zur jeweiligen Erkrankung dahingehend machen,

- welche Art der Beschwerde, Krankheit, Diagnose, Verletzung, Untersuchung oder Behandlung vorlag und wie lange Sie behandelt wurden
- ob die Erkrankung bereits ausgeheilt ist, oder noch Folgen oder Beeinträchtigungen bestehen
- welcher der behandelnde Arzt, Psychotherapeut, Zahnarzt, Heilpraktiker, welches Heilstätte oder Krankenhaus war

Notieren Sie sich zudem den Namen und Anschrift ihres Hausarztes. Schreiben Sie auch, dass Sie die Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht haben, jedoch für genaue und fundierte Einzelheiten direkt bei den behandelnden Ärzten nachgefragt werden soll. Oftmals reicht der Platz zum Ausfüllen des Antrages nicht aus. Verwenden Sie daher immer ein separates Blatt, auf dem Sie die Erkrankungen schildern. Unterschreiben Sie dieses Dokument, und fügen dies dem Antrag bei.


Kann man Risikozuschläge oder Ausschlüsse umgehen?
Bereits die geringste Vorerkrankung kann in der privaten Krankenversicherung zu einem Risikozuschlag führen. Sie sollten daher immer vor Wechsel in die private Krankenversicherung über einen unabhängigen Makler anfragen, der die Angebote mehrerer Gesellschaften im Überblick hat und im Vorfeld die Risikopunkte abklären kann. Denn wenn Sie erst einmal ein Versicherer abgelehnt hat, wird es umso schwerer für Sie, überhaupt noch in die PKV zu kommen.




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weiterführende Links:
-
Verband der PKV
- Der Privatpatient