GKV-Zusatzbeiträge 2018 – wie ist der Stand?

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    Die Zusatzbeiträge entscheiden bei den gesetzlichen Krankenkassen darüber, wie teuer die Krankenversicherung tatsächlich ist. Denn während der allgemeine GKV-Beitragssatz überall 14,6 Prozent beträgt, legt jede Krankenkasse ihren Zusatzbeitrag selbst fest. Dabei sind die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Finanzlage des jeweiligen Unternehmens maßgebend. Erst aus der Addition von allgemeinem Beitrag und Zusatzbeitrag ergibt sich dann die reale Beitragshöhe.

    Hier besteht eine erhebliche Bandbreite. Bei den bundesweit geöffneten Krankenkassen liegt der niedrigste Zusatzbeitrag in diesem Jahr bei 0,59 Prozent. Den verlangt die Handelskrankenkasse – kurz hkk. Der höchste Zusatzbeitrag von 1,7 Prozent wird von der VIACTIV Krankenkasse und der SECURVITA erhoben, zwei Betriebskrankenkassen. Bei den nur regional geöffneten Krankenkassen liegen die AOK Sachsen-Anhalt und die Metzinger BKK mit 0,3 Prozent am unteren Ende der Zusatzbeiträge, „Spitzenreiter“ ist dagegen die BKK HENSCHEL plus mit 1,6 Prozent. Im Schnitt liegen die Zusatzbeiträge bei 1,1 Prozent.
     

    Krankenkassen mir üppigen Überschüssen und Polstern

    Es macht also durchaus einen Unterschied, bei welcher Krankenkasse man Mitglied ist. Beitragsdifferenzen von mehr als einem Prozentpunkt zwischen dem teuersten und günstigsten Anbieter machen sich im Geldbeutel bemerkbar - das gilt umso mehr, als es beim Zusatzbeitrag bekanntlich keinen Arbeitgeberanteil gibt. Er ist zu hundert Prozent von Versicherten selbst zu tragen.

    Nun nähert sich das Jahr bereits stark dem Ende. Entscheidender als die Frage, wie hoch der Zusatzbeitrag jetzt ist, dürfte sein, wie er sich im kommenden Jahr entwickelt. Die gute Nachricht lautet: höhere Zusatzbeiträge werden wohl die absolute Ausnahme bleiben. Denn die Kassen der GKV sind so gut gefüllt wie lange nicht. Bis zum Ende des 3. Quartals sind bereits 2,5 Milliarden Euro Überschüsse aufgelaufen. Die Rücklagen der Krankenkassen betragen 18 Milliarden Euro, im Gesundheitsfonds liegen weitere 8,5 Milliarden Euro „auf der hohen Kante“. Die gute Konjunktur- und Beschäftigungslage sowie ein nur moderates Ausgabenwachstum haben zu dieser „Luxussituation“ geführt.
     

    Die meisten ändern ihre Zusatzbeiträge nicht

    Allerdings ist der Überfluss nicht gleich verteilt. Es gibt durchaus Kassen, die zu kämpfen haben. Andere verfügen dagegen über ein besonders üppiges Finanzpolster. Angesichts der insgesamt guten Kassenlage hatte der amtierende Gesundheitsminister Gröhe Ende Oktober eine Senkung des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes von 1,1 Prozent auf 1,0 Prozent für 2018 bekanntgegeben. Dieser Wert ist allerdings nur eine Orientierungsmarke für die Krankenkassen, keine verbindliche Vorgabe.

    Bisher hat erst ein Teil der Krankenkassen gemeldet, welche Zusatzbeiträge im kommenden Jahr erhoben werden sollen. Insgesamt gilt das für etwa drei von fünf Kassen. Danach zeichnet sich ab, dass die meisten Krankenkassen ihre Beiträge wohl stabil halten werden. Bei den bundesweit geöffneten Kassen haben bisher nur die Techniker Krankenkasse und die Bertelsmann BKK Beitragssenkungen von 0,1 Prozent bzw. 0,08 Prozent angekündigt. Bei den regional geöffneten Kassen wollen vor allem einige AOK’s die Beiträge herabsetzen. Meist geht es ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte, Ausreißer sind die Metzinger BKK und die AOK Bremen und Bremerhaven mit -0,3 Prozentpunkten.
     

    Keine Veränderung an den Enden der Skala

    Auf Bundesebene dürfte die hkk die günstigste Krankenkasse bleiben. Sie hält ihren Beitrag stabil. Die VIACTIV Krankenkasse und die SECURVITA dürften dagegen weiter das andere Ende der Skala anführen. VIACTIV hält ihren Beitrag ebenfalls – auf hohem Niveau - stabil. Bei SECURVITA steht das noch nicht fest.

    Hohe Krankenkassenbeiträge:
    "Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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