GKV - drohen 2018 wieder höhere Zusatzbeiträge?

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    Die Finanzreserven der gesetzlichen Krankenkassen sind ansehnlich gewachsen, die Zusatzbeiträge in diesem Jahr weitgehend stabil geblieben und auch sonst stimmen im Großen und Ganzen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die GKV. Das heißt aber nicht, dass es bei den jetzigen Zusatzbeiträgen bleibt. Ab dem kommenden Jahr müssen GKV-Mitglieder auf breiterer Front mit Erhöhungen rechnen. Die „Gesetzliche“ wird 2018 oder danach wahrscheinlich teurer.

    Das ist zumindest die Überzeugung von Uwe Klemens, Chef des Ersatzkassenverbandes und Verwaltungsratsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, also von einem, der es wissen muss. In einem Gespräch mit der Deutschen Presseagentur erklärte Klemens, dass er in den nächsten drei Jahren mit Zusatzbeiträgen in einer Höhe von 1,8 Prozent bis 2 Prozent des Einkommens rechnet - deutlich mehr, als zurzeit verlangt wird.
     

    2017 gut gefüllte Kassen in der GKV

    Aktuell liegen die Zusatzbeiträge im Schnitt bei 1,1 Prozent. Sie sind damit im Vergleich zum vergangenen Jahr praktisch stabil geblieben. Die Beiträge werden - der jeweiligen wirtschaftlichen Lage entsprechend - von jeder Krankenkasse individuell festgelegt. Es gibt daher Krankenkassen, bei denen der Zusatzbeitrag über dem 1,1 Prozent-Durchschnitt liegt und solche mit niedrigeren Beiträgen. Auch die Beitragsstabilität 2017 gilt längst nicht für jedes GKV-Mitglied. Zum Jahreswechsel und zum Teil danach haben vor allem einige Betriebskrankenkassen ihre Zusatzbeiträge angehoben. Da es sich überwiegend um kleinere Krankenkassen handelt, machte sich das im Durchschnitt allerdings kaum bemerkbar.

    Eigentlich sind die Voraussetzungen für weitere Beitragsstabilität nicht schlecht. Die gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr einen Finanzüberschuss von rund 1,4 Milliarden Euro erzielt. Das Rücklagenpolster ist dadurch auf nahezu 16 Milliarden Euro angewachsen. In diesem Jahr können sich die Kassen außerdem über eine zusätzliche Finanzspritze in Höhe von 1,5 Milliarden Euro aus dem Gesundheitsfonds freuen. Der Betrag wird offiziell für Flüchtlingskosten und Investitionen in Telemedizin gezahlt, viele sehen darin einen „Kunstgriff“ der Regierungsparteien angesichts der Bundestagswahl zur Gewährleistung der Beitragsstabilität für dieses Jahr.
     

    Ab 2018 ändert sich die Lage

    2018 werden die Karten neu gemischt. Auf jeden Fall wird dann der 1,5 Milliarden-Zuschuss fehlen, da es sich um eine einmalige Maßnahme handelt. Außerdem werden dann die zahlreichen Reformen unter Gesundheitsminister Gröhe in der ablaufenden Legislaturperiode kostenmäßig erst voll zu Buche schlagen. Krankenhausreform, Verbesserung der Palliativversorgung, mehr für Prävention tun - die Liste der Neuerungen ist lang und in der Regel mit deutlichen Mehrausgaben verbunden. Die größte und teuerste Reform - die Pflegereform - schlägt sich nicht einmal in den Zusatzbeiträgen nieder, sondern in den Beiträgen zur Pflegeversicherung.

    Nichtsdestotrotz reichen die anderen Maßnahmen aus, um einen Anstieg der Zusatzbeiträge erwarten zu lassen. Die „bittere Pille“ für GKV-Mitglieder ist dabei, dass sie diesen Beitragsanstieg zu 100 Prozent selbst tragen müssen. Denn der hälftige Arbeitgeberanteil bezieht sich nur auf den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent.

    Hohe Krankenkassenbeiträge:
    "Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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