Versicherte offen für Datenweitergabe an Krankenkassen

    © kebox - fotolia.com

    Unter der Überschrift „Die Zukunft der Gesundheitsversorgung“ hat die pronova BKK im Juni eine repräsentative Studie durchführen lassen. In der Untersuchung wurden u.a. Erwartungen von Versicherten an die Beratung durch ihre Krankenkassen erhoben. Dabei ging es auch um die Bereitschaft, persönliche Daten für Beratungszwecke zur Verfügung zu stellen.

    Basis der Studie war eine Online-Befragung unter 1.000 Bundesbürgern im Erwachsenenalter. Die „Stichprobe“ stellte einen repräsentativen Querschnitt nach Alter, Geschlecht und Regionen (Bundesländern) dar. Die Ergebnisse der Befragung können daher als Meinungsbild für die Gesamtheit der deutschen Bevölkerung gewertet werden.
     

    Krankenkassen mehr Abwickler als Berater

    Die gesetzlichen Krankenkassen werden von den Versicherten durchaus als kompetent angesehen, wenn es darum geht, das komplexe deutsche Gesundheitswesen zu durchschauen. 76 Prozent der Befragten trauten ihnen „sehr viel“ oder „eher viel“ Durchblick zu. Die Kompetenz wird dabei nahezu gleichwertig eingeschätzt wie bei Krankenhäusern und Ärzten. Allerdings sind nur vergleichsweise wenige Befragte davon überzeugt, dass dieses Know How auch zugunsten der Versicherten eingesetzt werden kann.

    Die Krankenkassen werden überwiegend mehr als „Abwickler“ gesehen, die für die Bewilligung und Abrechnung von Leistungen zuständig sind. Diese Punkte werden mit Abstand am häufigsten bei der Frage genannt, wofür eine Krankenkasse vor allem steht. Beratung wird dagegen nur von einer Minderheit der Befragten als vorstechendes Merkmal bezeichnet – und zwar unabhängig davon, um welches Beratungsfeld es sich handelt. Am besten schneidet noch die Beratung zu Leistungen ab (von 39 Prozent genannt). Bei Gesundheitsfragen (nur 16 Prozent Nennungen) oder Beratung zu Behandlungsmethoden (14 Prozent) wird die Kompetenz dagegen eher nicht bei den Kassen vermutet. Hier vertraut man mehr den Ärzten.
     

    Zwei Drittel für anonyme Datennutzung zu Beratungszwecken

    Grundsätzlich verfügen die Krankenkassen über eine sehr gute Datenbasis, um qualifizierte Beratungen anbieten zu können. Dass diese bisher nur in ganz begrenztem Umfang eingesetzt wird, liegt an gesetzlichen Hürden. Selbst die anonymisierte Auswertung und Nutzung von Versichertendaten für Beratungszwecke ist nicht zulässig. Dabei wäre die Mehrheit der Versicherten dafür durchaus offen. Etwa zwei von drei Befragten würden einer anonymen Datennutzung zustimmen, wenn der Datenschutz ausreichend gesichert wäre. Besonders gefragt wären dabei Beratungen zu Leistungen und Behandlungsmethoden. Jeder Dritte würde pro-aktives Handeln der Krankenkassen im Sinne von „ungefragten“ Empfehlungen für Untersuchungen oder Vorsorgemaßnahmen begrüßen.
     

    Digitalisierung - mehr Chancen als Risiken

    Erwartungen bestehen auch in puncto Digitalisierung. Rund 40 Prozent der Befragten sehen durch die technische Entwicklung mehr Chancen als Risiken bei Gesundheitsleistungen. Vor allem für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum könnte die digitale Zukunft nach Einschätzung einer großen Mehrheit der Teilnehmer viele Vorteile bringen. Digitale Leistungen wie Arztbehandlungen per Online- oder Videokonferenz werden dabei primär als Ergänzung gesehen, nicht als Ersatz für die persönliche Behandlung oder Betreuung.
     

    Tarife – mehr Wahlfreiheit gewünscht

    Gefragt wurde auch nach den Tarifen. Hier wünschte sich eine Mehrheit der Teilnehmer mehr Flexibilität. So wären mehr als 60 Prozent der Versicherten dafür, Tarife und Leistungen freier wählen zu können als bisher. Und fast die Hälfte der Befragten würde sogar auf Leistungen verzichten, wenn damit die Beiträge gesenkt werden könnten. Im Unterschied zur PKV gibt es im GKV-System nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten der Tarifwahl. Sie reduziert sich bislang im Wesentlichen auf die sogenannten Wahltarife.

    Hohe Krankenkassenbeiträge:
    "Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

    Tipp: Ob Sie bereits privat versichert sind, oder es noch vorhaben: Vergleichen Sie über 38 Gesellschaften und sparen Sie viel Geld - kostenlos und unverbindlich!

    Weiter zum kostenlosen PKV-Vergleich >>>