BaFin: Stabile Prognosen für die Private Krankenversicherung

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    Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht - kurz BaFin - ist auch die zuständige Aufsichtsbehörde, wenn es um private Krankenversicherer geht. In ihrem aktuell erschienen Jahresbericht 2016 gibt die BaFin einen Überblick über die finanzielle und wirtschaftliche Lage der Versicherungsunternehmen. Hier die wichtigsten Aussagen kurz zusammengefasst.

    Im Berichtsjahr beaufsichtigte die BaFin 46 PKV-Unternehmen. Diese Versicherer verfügten über 8,8 Millionen Verträge mit Krankenvollversicherung. Insgesamt sind jedoch rund 40,6 Millionen Menschen in der PKV versichert. Die Differenz erklärt sich aus der großen Zahl an Verträgen zur obligatorischen Pflegeversicherung sowie zu privaten Krankenzusatzversicherungen. GKV-Mitglieder nutzen den privaten Zusatzschutz, um Leistungslücken in der GKV abzudecken.

    Die Beitragseinnahmen sind im vergangenen Jahr um 1,2 Prozent gestiegen und erreichten etwa 37,1 Milliarden Euro. 71 Prozent oder 26 Milliarden Euro entfielen dabei auf die Krankenvollversicherung, 29 Prozent oder 11,1 Milliarden Euro auf den „Rest“. Dies macht deutlich, dass trotz der relativ geringen Zahl an Versicherten die Krankenvollversicherung nach wie vor die tragende Säule der PKV-Unternehmen ist.
     

    Kapitalanlagen immer noch gut verzinst - hohe stille Reserven

    2016 konnten die Versicherer ihren Kapitalanlagenbestand, der vor allem aus noch nicht verausgabten Beiträgen und den Zuführungen zu den Altersrückstellungen dotiert wird, um 5,7 Prozent auf 261 Milliarden Euro steigern. 28 Prozent der Mittel sind in Investmentfonds angelegt. 16 Prozent entfallen auf Pfandbriefe, Kommunalobligationen und andere Schuldverschreibungen, 18 Prozent auf weitere börsennotierte Schuldverschreibungen und 15 Prozent auf Schuldscheindarlehen und Namenschuldverschreibungen von Banken. Das Gros der Anlagen ist damit sicherheitsorientiert und verzinslich investiert. Die Anlagestruktur ist 2016 gegenüber den Vorjahren weitestgehend stabil geblieben.

    Die Verzinsung der Kapitalanlagen lag im Berichtsjahr im Schnitt bei 3,7 Prozent und zeigte sich damit im Vergleich zu 2015 kaum verändert. Die recht hohe Durchschnittsverzinsung mag angesichts der Kapitalmarktlage und der fortgesetzten Niedrigzinspolitik der EZB überraschen, erklärt sich aber aus den Erträgen von „Alt-Anlagen“, die noch aus besseren Zinszeiten stammen. Mit deren zunehmenden Auslaufen dürften sich die Zinserträge verschlechtern, wenn es bei der Zinssituation bleibt.

    Die niedrigen Zinsen haben den privaten Krankenversicherern einen weiteren positiven Effekt beschert - nämlich hohe Bewertungsreserven im Bestand an festverzinslichen Wertpapieren. Sinkende Zinsen haben hier zu Kursgewinnen geführt, die bilanziell nicht erfasst werden und insofern stille Reserven bilden. Die saldierten stillen Reserven werden von der BaFin auf 44 Milliarden Euro veranschlagt, was einem Anteil von 17 Prozent an den Kapitalanlagen entspricht. 2015 hatte ihr Anteil noch bei 16 Prozent gelegen.
     

    Prognoserechnungen bestätigen Stabilität

    Die BaFin hat sich im letzten Jahr auch mit den möglichen Auswirkungen weiter niedriger Zinsen auf die Versicherer befasst. Dazu wurden insgesamt 39 Unternehmen gebeten, Prognoserechnungen zu erstellen, in denen verschiedene Szenarien mit einer anhaltenden Niedrigzinsphase simuliert wurden. Das positive Ergebnis dieser Simulationen ist, dass die finanzielle und wirtschaftliche Stabilität der untersuchten Versicherer auch bei fortgesetzten Niedrigzinsen nicht gefährdet werde. Allerdings ist - wenig überraschend - mit deutlich sinkenden Kapitalanlagerenditen im Zusammenhang mit Wieder- und Neuanlagen zu rechnen. Das macht es erforderlich, den Rechnungszinssatz bei der Rückstellungsbildung für die Altersrückstellungen nach und nach abzusenken. Er sinkt dieses Jahr bereits erstmals flächendeckend unter den amtlichen Höchstrechnungszins von 3,5 Prozent.
     

    Die Beitragserhöhungen in der PKV

    Die BaFin äußert sich auch zur Beitragserhöhungs-Welle im Bereich der PKV zur Jahreswende 2016/17. Knapp 70 Prozent der Versicherten seien davon betroffen gewesen. Die Beitragssteigerung habe im Schnitt bei acht Prozent gelegen. Davon seien drei Prozentpunkte der Absenkung des Rechnungszinses geschuldet, der Rest gestiegenen Gesundheitskosten bzw. Leistungen. Um den Beitragsanstieg zu dämpfen, hätten die Versicherer ca. 2,8 Milliarden Euro aus den Rückstellungen entnommen.

    Hohe Krankenkassenbeiträge:
    "Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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