Weitere Aussichten in der PKV: verhalten positiv

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    Die Rating-Agentur Assekurata ist ein anerkannter Analyst und Bewerter, wenn es um Versicherungen geht. Das gilt auch für den Bereich der PKV. Im aktuellen Marktausblick zur Versicherungswirtschaft 2017/2018 befassen sich die Assekurata-Experten mit der Lage der privaten Krankenversicherer im abgelaufenen Jahr und den weiteren Aussichten. „Verhalten positiv“ ist ihre zusammenfassende Bewertung.

    Insgesamt sei 2016 für die PKV-Anbieter ein zufriedenstellendes Jahr gewesen, so die Analysten. Der seit Längerem zu beobachtende Abschmelzungsprozess bei den Krankenvollversicherungen sei fast zum Stillstand gekommen. Die Anzahl der Vollversicherten ging nur noch um 14.600 oder 0,2 Prozent zurück. Die Wanderungsbilanz zwischen GKV und PKV war de facto ausgeglichen, im Vorjahr waren dagegen noch 19.500 Versicherte mehr von der PKV in die GKV gewechselt als umgekehrt.
     

    Schwächeres Wachstum bei Zusatzversicherungen

    Bei den Zusatzversicherungen setzte sich das Wachstum 2016 fort, schwächte sich aber im Vergleich zu den Jahren davor ab. Die Zahl der „Zusatz-Verträge“ nahm nur noch um 1,3 Prozent zu, 2015 hatte das Plus noch bei 1,75 Prozent gelegen. Eine „Nebenrolle“ spielt nach wie vor die betriebliche Krankenversicherung, die mit 31.800 zusätzlichen Versicherten zum Jahresende 2016 auf einen Bestand von gerade mal 606.800 Versicherungsnehmern kam.
     

    PKV-Versicherte waren 2016 zufriedener als früher

    Die vollversicherten Kunden zeigten sich im vergangenen Jahr mit ihrer PKV überwiegend recht zufrieden. Rund 96 Prozent gaben im Rahmen der Assekurata-Erhebung an, „vollkommen“, „sehr“ oder einfach nur „zufrieden“ mit ihrer Versicherung zu sein, vier Prozent waren nicht überzeugt. Am geringsten war die Zufriedenheit im Hinblick auf die Beitragsentwicklung ausgeprägt, die aber mit 71,2 Prozent immer noch einen erstaunlich guten Wert erreichte. Denn viele PKV-Versicherte mussten zum Jahreswechsel 2016/17 drastische Beitragserhöhungen verkraften. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich die Kundenzufriedenheit in allen Bereichen verbessert.
     

    Beitragssprung 2016/17 – nicht so drastisch, wie es scheint

    Die Beitragssteigerungen zur Jahreswende fielen mit 5,4 Prozent im Schnitt bei den Nicht-Beihilfe-Tarifen besonders hoch aus. Im Beihilfebereich lagen sie bei durchschnittlich 3 Prozent, über den Gesamtbestand macht das eine Verteuerung von 4,8 Prozent aus. Das ist der höchste Beitragssprung seit 2011. Betrachtet man die absoluten Veränderungen im Vergleich zu den GKV-Beitragsanpassungen über die letzten zehn Jahre, ist die Beitragsentwicklung aber in der PKV nicht schlechter verlaufen - im Gegenteil. Der Beitragsanstieg in der GKV war absolut gesehen sogar höher.
     

    Druck auf die Beiträge hält an

    Die schlechte Nachricht der Assekurata-Experten ist: der Druck auf die Beiträge in der PKV wird weiter anhalten. Das ist nicht nur den weiter steigenden Gesundheitskosten geschuldet, sondern vor allem den anhaltend niedrigen Zinsen. Bereits heute hätten die Unternehmen große Schwierigkeiten, bei ihren Kapitalanlagen noch den üblichen Kalkulationszins von 2,75 Prozent zu erzielen. Die Durchschnittsverzinsung habe 2016 mit 3,5 Prozent einen neuen Tiefststand erreicht. Von daher sei mit weiteren Beitragsanpassungen nach oben zu rechnen. Dies könne negative Auswirkungen auf die Beitragszufriedenheit haben.

    Hohe Krankenkassenbeiträge:
    "Privatpatienten" zahlen oftmals weniger!

    Selbstständige, Freiberufler und Beamte können uneingeschränkt in die Private Krankenversicherung wechseln. Gleiches gilt für Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze.

    Das Privileg "privat versichert" zu sein nutzen viele Berechtigte nicht nur wegen der weitaus besseren Leistungen. Auch die Beiträge sind in der PKV oftmals günstiger, als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

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